Neueste Kommentare


  • erlaube mir ein paar Anmerkungen zu deinem, in Hinblick auf die Form nicht unberechtigten Einwand, den ich als Äußerung begrüße, um vielleicht eine fruchtbare Diskussion zum Thema in Gang setzen.
    Vorweg zwei Feststellungen:

    _Der Schreiber der Moritat macht sich keineswegs lustig über alles, wie du meinst, er ist im Gegensatz zutiefst betroffen über Art und Abläufe dieser Diskussionen.

    _Eine Moritat ist wie die Satire eine maßlose, im Fall der Moritat eine schauerliche Übertreibung, die, darüber herrscht wohl Konsens, im Kern eine Wahrheit enthält. Diese wird übertrieben vorgebracht, um größere Aufmerksamkeit zu erreichen. Wie das Gedicht verknappt die Moritat den Inhalt in Versen, was immer bedeutet, dass Differenzierungen fehlen.

    gat ist als Plattform angetreten, um Informationen zum Thema Architektur zu bündeln, darüber hinaus jedoch auch, um à la lonque einen fruchtbaren Diskurs über Architektur und die Verhältnisse im Land (Steiermark) in Gang zu bringen. Dazu braucht es kritische Geister ohne Scheu vor persönlicher Stellungnahme und Positionierung und die Bereitschaft zu kritischer Auseinandersetzung mit aktuellen Themen. Wie gesagt, die Form ist durchaus zu diskutieren.

    Die offizielle Lesart der Veranstaltung "open house" kannst du als Resumee der Organisatorin Frau Dr.Dr.Reingard Rauch als Nachricht auf gat aktuell lesen.
    Der Schreiber der Moritat hat diese Veranstaltung offensichtlich anders erlebt, hat, wie es scheint, mehrere ähnliche Abende „vertan“ und war über deren Inhaltslosigkeit so frustriert, dass er das drastisch in dieser Form geäußert hat.

    Du als häufig über die herrschenden Verhältnisse für Architekten und Baukultur Klagender könntest dem nun eine weitere Facette hinzufügen, indem du deine Eindrücke des Abends darstellst. Damit wäre es dem Leser von GAT noch leichter möglich, sich „einen eigenen Reim darauf zu machen“.
    Du hättest jede Möglichkeit, differenzierter und genauer als in der Moritat unseres Bänkelsängers zu schreiben.

    Ausgehend von deinen Kommentar vom 5.05. würden sicher einige GAT-Leser gerne wissen, inwieweit du den Abend anders erlebt hast und was für dich sein „Mehrwert“ ganz konkret war.
    Oder:
    Welche Vorschläge zur Verbesserung der Baukultur im Lande (außer den Aktivitäten der baustelle land, die es ja schon gibt) sind von Seiten der Eingeladenen konkret formuliert worden?
    Welche konkreten Forderungen wurden gestellt?
    Gab es eine Diskussion?
    Welche Vorgangsweise/Strategien bzw. konkreten Schritte haben Frau Landeshauptmann und der Landesbaudirektor vorgeschlagen?
    Wie haben sie auf das Stichwort „Randbedingungen schaffen“ reagiert?
    Welche Schlüsse wurden aus diesem Abend gezogen, wie soll es konkret weitergehen?

    Auf all das ist unser Bänkelsänger nicht eingegangen. Wäre schön, deine Sicht zu hören.
    Mit freundschaftlichen Grüßen Karin Tschavgova

    Autor: Karin Tschavgova

  • Danke, Karin fürs engagement für die architektur, für die vielen artikel (und wahrscheinlich die gesamte arbeit i gat), die vielen anderen artikel in diversen medien, die steirische architektur ist es wert, noch weiter bekannt zu werden- grüße sepp szedonja (schon seit über 20 jahren in wien, dennoch mit vielen- vor allem dem herzen- der steirischen architektur verbunden)

    Autor: Sepp Szedonja

  • gut getroffen, lieber heinz wondra,
    ich habe den abend ähnlich ärgerlich erlebt, nachdem ich mich eigentlich vorher darauf gefreut hatte.
    vielleicht solle das hda einen zweiten versuch starten, über die möglichkeiten, baukulturelles bewußtsein unter das bauende volk zu bringen, zu reden.(auch ein abend über das bauverständnis unseres bürgermeisters könnte ungeahnte einsichten gewähren...)
    denn so wie es war, kanns ja nicht sein:
    * ein diskussionsleiter, der versucht, seine überforderung mit einer arroganz zu kaschieren, mit der man allenfalls einen regionalen gemeinderat in schach halten kann
    * eine zu recht frustrierte jury, die nicht akzeptieren will, dass der skandal den sie darstellen will, ausreichend dargestellt wurde
    * ein verzweifelter vereinsvorstand, der sich nicht traut den entscheidenden schritt zur auflösung seines vereines zu setzen (der vorschlag von herrn tessmar-pfohl war durchaus angebracht und sollte weiterverfolgt werden)
    sondern der stattdessen 100 leute bemüht, ihm einen abend lang bei der suche nach einer neuen identität zu helfen.

    wäre ja alles o.k. gewesen, hätte man es als solches angekündigt. dann nämlich hätte man anhand des grazer kulturprogramms den abend auch erfreulich gestalten können

    Autor: hermann candussi

  • Lieber Wolfgang Feyferlik.

    Du hast Recht mit der Anmerkung über die Absenz der Politiker von Stadt und Land bei der Vorstellung des Siegerprojektes. Beim Spatenstich werden sie sich drängen.
    Im Kulturbeirat der Steiermark ist kein Architekt. Dieser Umstand scheint mir symptomatisch zu sein für den Stellenwert, den Architektur derzeit im Bewußtsein von Politikern besetzt.

    Zählt man zusammen wer da war:
    Vertreter der BIG
    Vertreter der KFU mit Professor Zechner und Mitarbeitern als Nutzer,
    Vertreter der SFG, Fast Forward Community als Nutzer,
    das Büro der Wettbewerbssieger mit 7 oder 8 Leuten,
    Vertreter der Jury,
    Vertreter der Vorprüfung
    2 Mädchen vom Catering
    und die von mir genannten 27 Gäste, so kommt man sicher auf 67 Anwesende, wenig genug, aber korrekt.

    Autor: Heinz Wondra

  • Lieber Heinz Wondra !

    Es waren gezählte 67 Personen anwesend, gemessen an manch anderer Architekturveranstaltung nicht so schlecht. Die große Projektzahl machte einen großen Raum notwendig, das Haus der Architektur würde sich freuen so großzügig mit Platz umgehen zu können, daher auch der Eindruck es seinen nur ein paar wenige Anwesende gewesen.
    Es waren keine „arrivierten“ Architekten anwesend, aber es waren doch einige junge Kollegen da, das gibt doch Hoffnung für die Zukunft, dass wir wieder mehr, auch bei einer Wettbewerbsausstellung, unsere eigene Arbeit und die der Kollegen durch Präsenz schätzen.
    Dramatisch finde ich aber die Absenz der Politik, geht es immerhin um Forschung und Bildung im Schulterschluß mit Baukultur und letztendlich um eine Rieseninvestition in dieser Stadt bei der anscheinend "Schönheit und Funktionalität" sehr wohl zusammengehen.

    Autor: Feyferlik

  • Ein Termin wie dieser scheint, folgt man dem Bericht, nur dazu zu dienen, Belanglosigkeiten auszutauschen. Gesprächskultur, meine Herren, bedeutet nicht nur, höflich zu sein, sondern vor allem Fragen und Forderungen klar und präzise zu formulieren, um verbindliche Antworten zu erhalten, ganz generell, Problembewußtsein zu schaffen und letztlich (auch durch Beharrlichkeit), Veränderungsprozesse in Gang zu bringen. Aussagen zur Thematik der Verbauung von großen Flächen an städtebaulich relevanten Standorten durch private Investoren wie folgend: "Hier wird seitens der Stadt versucht, Investoren davon zu überzeugen, dass als Grundlage für die Bebauung ein städtebaulicher Wettbewerb durchgeführt wird." sind Nullsätze, die jede(n) engagiert Denkenden verhöhnen. Was soll das? Wo sind die Fragen nach dem Wie, Wodurch, Womit, nach den gesetzlichen/politischen Instrumentarien solch frommer Wünsche?

    Autor: Karin Tschavgova-Wondra

  • na, gerhard, wie war denn das beim gke-grundstück?
    lg und frohe ostern!
    hermann c.

    Autor: hermann candussi

  • Ergänzend zu dem Bericht der jungen Kulturbeiräte ist folgendes festzuhalten:

    Nicht die beiden Kulturbeiräte haben zu dieser Informationssitzung geladen, sondern das Plattformmitglied AIK (Architekten und Ingenieurkammer).
    Das ist nicht ganz unwesentlich weil es seit dem „open space“ innerhalb der Architekturschaffenden keinen Gedankenaustausch mehr gegeben hat. Dieser aber laut dem „Navigator für den Grazer Kulturdialog“ ein Zwischenergebnispapier des „open space“ durchaus sinnvoll gewesen wäre, weil ja dort, entgegen der jetzt vorgenommenen Kulturbeiratsbesetzungsentscheidung steht,

    • KünstlerInnen und Institutionen sollen Namen für den Beirat nennen
    (Akzeptanz durch Fachwissen!)

    dass die Sparten und Institutionen ihre eigenen Kulturbeiräte nominieren sollten,
    noch im Bericht des Kulturamtes an den Gemeinderat vom 13.Nov.2003 steht:

    „Das Kulturamt wird im Auftrag des Kulturreferenten, basierend wiederum auf den Anregungen der Strukturarbeitsgruppe, in einer ersten Konsequenz einen Vorschlag für einen Kulturbeirat bis Jahresbeginn 2004 erarbeiten und dem Gemeinderat vorlegen. Dieses Gremium soll aus insgesamt rund 20 Persönlichkeiten, überwiegend SpartenvertreterInnen, bestehen und als Beirat eine offizielle Möglichkeit für Austausch und Kommunikation sein.“
    (nun wurde der Kulturbeirat vom Kulturstadtrat direkt bestimmt ohne dass die Sparten dazu aufgefordert wurden, Vertreter, zumindest namhaft zu machen)

    Auch sehen sich die Kulturbeiräte nun nicht mehr direkt als Spartenvertreter, laut Ihrem eigenen Informationsbericht sollten sie das auch nicht sein, sondern sind als Person in den Kulturbeirat nominiert.

    Der Vollständigkeit wegen sei noch erwähnt, dass natürlich auch eine Vertretung der Vorsitzenden von GAT und die Redaktion von GAT geladen waren und auch gekommen sind.

    Autor: feyferlik

  • wäre besser wenn hier in berlin einiges vorher angedacht werden würde, wie hinterher etwas danebengegangenes anzuschauen.
    grüße nach graz

    Autor: pratsch

  • oje, das "g" von "gemeinsam" ist abgeschnitten

    Autor: hasi2

  • Es gibt unumstritten neuralgische Punkte in diesem Stadtgefüge, die besonderer Aufmerksamkeit bedürfen; und einer dieser Punkte ist die "Ecke" Einspinnergasse/Burggasse, besetzt durch Räumlichkeiten, die Menschen Orte sind, für die diese mehr ist als "nur" ein Gebäude; wie anders ist es zu verstehen, dass sich in einer Art von "Stellvertreter" dieses Haus jahrelang einem Abriss widersetzen konnte; wie sonst ist es zu verstehen, dass in einer Art politischer Einflussnahme einer linksliberalen Gesinnung neoliberale "Genossen" zu Hilfe kommen, um ihnen den Blick in die Sterne zu ermöglichen. Anders formuliert ist es "nur" eine Art ehrlicher Ehrerweisung, wenn geplant wird, heute Substandardwohnungen zu errichten, wo die Stellvertreter einer 20%igen Wählerschaft auf´s neue darauf hinweisen können, dass die körperliche Hygiene sehr wohl dementsprechende Räumlichkeiten hat und dem Entwicklungsstand unserer Gesellschaft entspricht. Ich fordere aber hiermit auf, die Frage bezüglich einer adäquaten Formulierung dieses Punktes der Stadt und damit eines Ortes, der Stellvertreter für kulturelle Haltung und eines mehr oder weniger latent vorhandenen Unbehagens bezüglich eines Umgangs mit solchen Orten, noch dazu im Hinblick auf die derzeitige Situation der Grazer Oper mit der Frage zu verknüpfen, welchen Mehrwert dieses "Neue" bringen wird (können).

    Autor: Jörg Kindermann

  • Werter Vorstand!

    Ich habe gerade gelesen, dass die heurige Geramb Rose nicht vergeben wird.

    Ich finde das, nicht nur weil ich ein designierter Preisträger wäre, wirklich schade, da dies nicht für eine hohe Konsenskultur einer so ehrwürdigen und
    anerkannten Institution spricht.
    Wie ist denn eine solche Auszeichnung zu verstehen, wenn man offensichtlich im Nachhinein eine Entscheidung einer Kommission hinterfragt und dann
    gleich die, hoffentlich doch wirklich und ehrlich bemühten, Preisträger durch die Aussetzung der Verleihung "bestraft"?

    Ich habe mich glaube ich bekannterweise bereits durch Jahre für eine hohe architektonische Bauqualität nicht nur bei meinem Privathaus, sondern
    auch als Bauherr der Sanierung der Abtei Seckau mit Prof. Volker Giencke als Architekt in der Steiermark engagiert und bin dafür auch mehrmals
    international ausgezeichnet worden.

    Im Namen der potentiellen Geramb-Rosen Preisträger 2003 möchte ich nochmals ausdrücken, dass ich den eingeschlagenen Weg nicht verstehen kann.

    Mit besten Grüßen

    P.Albert Christoph Schlick

    Autor: P.Albert Christoph Schlick

  • ist das eine kritik, bestandausfnahme oder nur ein stimmungsbild ?
    hätt mich interessiert was die pia über die frischen fische denkt.

    Autor: feyferlik

  • liebe frau gerda missoni !
    es ist doch einerlei ob vefrüht oder nur halb. wichtig ist daß jetzt schon alle wissen, und nicht erst wenn der verein mit seinem vorbereitungsprogramm für die verleihung fertig ist, daß der verein für baukultur den uhrturmschatten als gutes, wichtiges architekturprojekt für eine auszeichnung ausgewählt hat. vielleicht bringt das in einigen köpfen doch ein paar zellen zum nachdenken, daß ein kulturgut und als solches kann man den uhrturmschatten schon bezeichnen, nicht an den nächst besten jahrmarktstadel ohne widerspruch, verkauft werden kann.

    Autor: feyferlik

  • Sg Herr Arch. Feyferlik!
    In meiner seinerzeitigen Stellungnahme fällt kein Wort gegen den "Uhrturmschatten", warum auch! Meinem positiven Berufungsgutachten verdankt er schlussendlich seine behördl. rechtmässige Existenz - die Stadt Graz (Naturschutz) hatte seine Errichtung in erster Instanz bescheidmässig abgelehnt!
    Meine hiesige Kritik richtete sich ausschliesslich gegen die Vorgangsweise der Veröffentlichung von Teilen eines bis heute nicht abgeschlossenen Juryverfahrens und gegen die Tatsache, dass solches von Seite der Architekten im Jurygremium erfolgte.
    Die Nennung von nur 2 Bauten von ca. 10 heranstehenden Preisträgerobjekten bedeutet zudem für die übrigen Preisträger eine Benachteiligung.
    Der vorzeitigen Bekanntgabe von Thalia und Schattenobjekt als "Rosenträger" dürfte eine bestimmte Absicht zugrunde gelegen sein, weswegen zu erwarten gewesen wäre, dass ein so ungewöhnliches Vorgehen dann auch unter Namensnennung der Verfasser und nicht als Beitrag der der GAT-Redaktion ins Netz gestellt wird.
    Mit freundlichem Gruss
    Für die Landesbaudirektion:
    Gerda Missoni.

    Autor: Gerda Missoni

  • Liebe Frau Koll. Tschavgova!
    Ich wüsste nicht, woraus ich in Ihrem Beitrag ersehen könnte, dass wir nicht in der selben Veranstaltung waren: im Gegensatz zu Ihnen habe ich mir nicht erlaubt Herrn Achleitner zu kritisieren, da mir das nicht zusteht, sondern habe mich auf die exakte Wiedergabe seiner Vorgangsweise, ohne eigenen fachlichen Kommentar beschränkt. Den haben Sie jetzt geliefert. Und wenn ich ihn so lese, waren wir doch in der selben Veranstaltung, wenngleich ich nicht Ihrer Meinung bin.
    Mit freundlichem Gruss, Gerda Missoni.

    Autor: Gerda Missoni

  • Liebe Gerda Missoni,
    war ich bei einer anderen Veranstaltung? Der kleine Saal in Rabenstein war bei dem von mir besuchten Vortrag von Friedrich Achleitner ganz und gar nicht voll und der Inhalt des Vortrags von Achleitner, den ich ansonsten sehr schätze, war für mich nach dem Titel "Die Moderne in der steirischen Architektur" enttäuschend und eine glatte Themenverfehlung. Ich habe mich, offensichtlich im Gegensatz zu Ihnen, geärgert darüber, denn erstens habe ich mir nach dem Titel anderes erwartet, etwa die Ansätze zu einer Moderne im Werk von Eichholzer, Schuster oder in Einzelwerken wie dem Grazer Stadtwerkegebäude am Andreas-Hofer-Platz oder der Thalia.Und außerdem war das Unterfangen, die wichtigsten "Stationen"/Bauwerke der modernen Architektur in der Steiermark in einen eineinhalbstündigen Vortrag zu packen, wie Achleitner eingangs selbst gesagt hat, fundiert nicht möglich. Tatsächlich blieb es fast bei einer reinen Aufzählung mit Dias, wie man sie aus Publikationen auch bekommen hätte können ohne sich bei Starkregen, wie Sie beschreiben, ins Auto zu setzen. Entweder war der Titel mißverständlich - immerhin ist "die Moderne" ein ziemlich klar umrissener Begriff - oder Achleitner hat den Aufwand gescheut, einen eigenen Vortrag zur Moderne in der steirischen Architektur zusammenzustellen und hat das genommen, was er archiviert hat. Wie auch immer, die von mir besuchte Veranstaltung war, unter widrigen Umständen, enttäuschend.

    Autor: Karin tschavgova

  • Liebe Frau Missoni, was ist also demnach falsch wenn die heurige Jury der Geramb-Rose den Uhrturmschatten eine Rose verleiht und was war falsch daran daß GAT darüber berichtet hat ?

    Autor: feyferlik

  • Bravo, Graz zeigt sein wahres Gesicht als "Welthauptstadt" für Architektur.

    Autor: ein Grazer
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