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Rodungen Teil 2 in 3 Jahren

Zitat aus dem Genehmigungsbescheid:

"Durch die Errichtung der Kraftwerksbauten und dazugehöriger Begleitdämme im
Rückstaubereich und durch den Aufstau der Mur kommt es zu einer dauerhaften Rodung der nördlich der Puntigamer Brücke liegenden Ufergehölzstreifen im Ausmaß von 3,73 ha, wobei 2,65 ha unmittelbar mit Baubeginn gerodet werden. Die übrigen 1,08 ha werden erst im Zuge des Einstaus (ca. 3 Jahre nach Baubeginn) entfernt."

Diese Flächen beziehen sich auf das Kraftwerksprojekt. Werden für den Bau des Speicherkanals, der von der Kläranlage Gössendorf entlang der Mur bis zur Radetzkybrücke verläuft, zusätzlich Bäume gerodet?

Ein Alptraum für Graz.....

Rodungen

Was mich grad an vielen Diskussionen und Artikeln verwundert, ist die Tatsache, dass tatsaechlich einige geglaubt haben, dass ein Kraftwerksbau samt dem Bau des Speicherkanals in einer Stadt
a) nicht viel veraendert
b) durch die Bautaetigkeit keine negativen Folgen verursacht - in Bezug auf die, das Kraftwerk umgebenden Gruenraeume und deren Bewohner
c) nur positive Auswirkungen hat

Bauvorhaben in dieser Groessenordnung benoetigen Zeit, Platz und veraendern die Umgebung nachhaltig. Ersatzpflanzungen koennen erst nach Abschluss der Bauarbeiten gemacht werden, die Natur benoetigt auch Zeit, um sich von diesen Eingriffen zu erholen. Die Tierwelt wird sich veraendern, denn der Zustand vor der Rodung wird nicht mehr herstellbar sein.

Ueber die Sinnhaftigkeit des Kraftwerkbaus moechte ich kein Wort verliere, da sprechen die Daten fuer sich. Der Speicherkanalbau ist leider laengst ueberfaellig, da der Grossteil der Grazer Abwasserkanaele noch aus Mischkanaelen besteht (Regen- und Abwasser werden gemeinsam gefuehrt) und bei Starkregen eine ueble Bruehe in die Mur transportiert wird...

um den vorigen Poster zu zitieren: der Albtraum hat grad erst begonnen und hinsichtlich der Feinstaubbilanz 2017 verheisst die Gruenraumreduktion im Stadtgebiet nichts Gutes!

Katastrophe an der Mur

Wer trägt die politische Verantwortung für die Vernichtung von hochwertiger Au- ähnlicher Fläche im Ausmaß von mehr als 8 Ha die unter Wasser kommen sollen, die rechtlich äußerst umstrittene Verweigerung einer Volksbefragung wo es doch um massive Beeinträchtigung der Grazer geht (finanziell und hinsichtlich Feinstaubbelastung) , die andauernde Nichteinhaltung von bescheideten Auflagen im Zusammenhang mit geschützten Tierarten? Dies alles und noch mehr zeigt für mich das Fehlverhalten der Entscheidungsträger, Bauwerber und Bauausführenden. Genauso wie die in Summe € 100 Mio (samt Revision der Kläranlage, Ufer- und Freiraumgestaltung, Speicherkanal....) die sich Graz nicht wirklich leisten kann. Sind doch bereits 2019 für den Zinsendienst bereits bestehender Darlehen neue Kredite aufzunehmen (wohlgemerkt nicht zur Rückzahlung der endfälligen Darlehen , sondern nur der Zinsen). Und die angeblich so miese Mischkanalisation (die Mur ist ausgewiesenerweise keine Sanierungsfall - solange sie fließt) wäre und ist immerhin durch die Baureferenten sukzessive abstellbar (gewesen), wenn diese ihren baurechtlichen Auftrag bei jeder "Großen Sanierung" ernster nehmen würden und den Stand der Technik von den Investoren einfordern würden. Dezentrale Rückhaltung von Regenwässern allein wäre kein allzu großer Auftrag innerhalb der Stadtgrenzen und ohne Speicherkanal möglich, zukünftig im Sinne der Klimawandelanpassung einer Stadt auch ungemein wichtig- auch wenn solche dezentrale Rückhaltungen in Summe noch teurer sind, aber eben nicht von der öffentlichen Hand, sondern den Investoren zu tragen wären. Internationale Beispiele zeigen auch Möglichkeiten Entwässerung von Straßen nicht über Kanäle zu führen. Und dann gebe es noch Möglichkeiten der dezentralen Vorklärung einiger Mischwasserentlastungen. Bemerkung am Rande- vom antiquierten System der Mischwasserentlastungen sind in großem Maße auch die Grazer Bäche betroffen. Ihr Zustand wird- anders als der der Mur - von der EU kritisch gesehen. Ihnen würde die Verlängerung des zentralen Speicherkanals nicht helfen.

Fotoserie zu:

An der Mur in Graz-Puntigam zu 'Aber Hallo! Extra'

Baumschlägerungen entlang der Mur in Graz-Puntigam, wo das neue Murkraftwerk errichtet werden soll.

Fotos vom Mittwoch, 8. Februar 2017

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