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Ausstellung
Sa. 18/02/2017 11:00h - Sa. 25/02/2017 18:00h
Forum Stadtpark: How far to open up?
Graz

How far to open up setzt sich mit den Auslösern von Erzählungen auseinander. Diese Erzählformen beruhen auf Momenten, die von Sehnsucht, Begehren, Obsession und daraus resultierenden Projektionen bestimmt sind. Solchen oft unbestimmbaren Zuständen haftet etwas Ephemeres an. Ihre Formen und Ursprünge reichen weiter als uns verständlich ist und sie bleiben immer intim. Wie weit kann jemand mit seinen persönlichen Sehnsüchten gehen? Wie sehr kann man sich preisgeben in seiner Verletzlichkeit, und wie weit kann die Künstlerin oder der Künstler damit in ihrer oder seiner Arbeit gehen? Wie weit kann sich eine Arbeit in ihrem Medium bewegen und wann kann sie ihr Format überschreiten?
Von diesen Fragen ausgehend ergibt sich für uns eine zweite Frage nach dem Format der Ausstellung und ihrem Aufbau: Wie weit kann eine Ausstellung gehen? Wer kann Arbeiten zeigen, und wie viel Platz kann den Künstlern und Künstlerinnen und ihren Arbeiten darin eingeräumt werden? Was kann eine Ausstellung alles erzählen?
Genauso wie Gefühle oft unverständlich bleiben und die daraus resultierenden Erzählungen ein kleiner Teil von etwas viel Größerem, Unausdrückbarem sind, spielen Hinweise im Ausstellungsraum auf eine Kunstproduktion, die nicht immer wahrnehmbar ist, an. Das gilt zum Beispiel für die unterschiedlichen Performances die bei der Eröffnung stattgefunden haben, die aber zu jedem anderen Zeitpunkt nur noch mit Fragmenten/Resten am Boden gekennzeichnet sein werden.
Das gilt auch für das Booklet, das in der Ausstellung als eigener Raum funktioniert. Das Heft, gestaltet von Fabian Leitgeb, beinhaltet Texte von Künstlerinnen und Künstlern die das Schreiben als Teil ihrer Arbeit benötigen und nutzen, diese Praxis aber nicht immer als ihre vordergründige künstlerische Identität sehen; etwa Malerinnen, die viel schreiben. Genauso wie auch Texte von Dichterinnen enthalten sind, die aufgrund ihrer Netzwerke eine Nähe zum Kunstbetrieb aufweisen.
Die Objekte in den Räumen können daher als ,Abschürfungen‘ eines viel größer zu verstehenden Betätigungsfeldes wahrgenommen werden, die in multiplen und sich überschneidenden Räumen vereint werden. Diese Räume eröffnen narrative Momente, die sich als Gesten und Linien im Raum zeigen, etwa in Form von Zeichnungen und Malereien. Die Arbeiten haben eine Nähe zum Comic, sie sind Aufnahmen von figurativen, träumerischen oder tragischen Szenen und einsamen Stillleben. Die Filme, deren inhaltliche Aussagen mit Stimmungsbildern verstärkt werden, zeichnen sich besonders durch eine Nähe zum geschriebenen Text und zum Erzählerischen aus. Musikstücke und Soundpieces kommen in der Ausstellung auch ohne Text und Bild aus, da die akustische Wahrnehmung einen wesentlich direkteren, aber unbeschreiblichen Zugang zum Fühlen ermöglicht.
Die Künstlerinnen, Künstler, Autorinnen, Autoren und auch die Kuratorinnen bewegen sich also innerhalb dieser Ausstellungsformate von Raum und Heft, mit den nur bedingt erzählbaren Zuständen von Sehnsucht und Begehren. (Text: Florentine Muhry)

Mit: Alizée Lennox, Anna Barfuss, Ashley Hans Scheirl, Barbara Kapusta, Battle-ax, Carola Dertnig, Dan Vogt, Evelyn Plaschg, Fabian Leitgeb, Franz Amann, Gina Folly, Hanne Lippard, Judith Goddard, Kamilla Bischof, Katharina Hölzl, Laura Hinrichsmeyer, Liesl Raff, Loreta Lamargese, Lukas Kaufmann, Michaela Schweighofer, Paul Bonnet, Philipp Köster, Philipp Timischl, Rita Sobral Campos, Rosa Rendl, Samantha Bohatsch, Victoria Langmann.

Eröffnung: Fr, 17.02., 18:00 Uhr, Hauptraum, Eintritt frei
Performances während der Eröffnung: Alizée Lennox, Anna Barfuss, Barbara Kapusta, Battle-ax
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Sa, 18.02: impuls MinutenKonzerte
ab 18:30 Uhr im FORUM, Hauptraum, Eintritt frei

Aktuelle Musik im Dialog mit zeitgenössischer Kunst, hautnah zu erleben bei einem ganztägigen akustischen wie visuellen Rundgang durch Graz.
Bei den impuls MinutenKonzerten wandern Sie mit jungen Musikschaffenden aus der ganzen Welt durch die Grazer Altstadt, können mit ihnen ohne hemmende Bühnenschwelle unkompliziert in Kontakt kommen, dabei aus erster Hand mehr über die Musik der Gegenwart erfahren und nette Bekanntschaften und jede Menge Entdeckungen für Aug und Ohr machen. An jedem Ort erwarten Sie unterschiedliche, jeweils rund 30-minütige Musikprogramme. Start um 10:00 Uhr bei Blazek – berber.carpets + textiles in der Leonhardstraße.

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