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"Es ist nicht die Aufgabe der

"Es ist nicht die Aufgabe der Ortsbildkommission, einzelne Gutachten der Ortsbildsachverständigen zu prüfen oder zu kommentieren, ......." auch dann nicht, wenn ein erstes Gutachten und ein erster Gutachter ein eingereichtes Projekt so begutachtet, dass gar nichts Positives übrigbleibt, aber sodann ein zweiter Gutachter ein nur marginal, nicht aber substanziell abgeändertes und verbessertes Objekt, das erneut eingereicht wird, plötzlich positiv begutachtet? Mit Argumenten wie: "Die verglaste Notausgangstüre, Oberlichtfensterband und Eingangsverglasung gliedern die Fassade zusätzlich"...... oder: "Die auf diese Weise gut gegliederten beiden Südfassaden erfahren durch Dachaufstiegsleiter, Fenster und „Billa“-Schriftzug eine weitere Strukturierung."
Die so positiv begutachtete Einreichung wäre wohl durchgegangen, also eine Baugenehmigung erteilt worden, wenn sich nicht eine Anrainerin, anwaltlich vertreten, mit einer mehrseitigen, fachlich detailliert begründeten Sachverhaltsdarstellung an die Beamtin gewandt hätte, die die Bauverhandlung leitete. Erst sie und nur sie hat aufgrund der beiden gegensätzlichen Gutachten für ein Objekt, das auch bei der zweiten Einreichnung massive Einwände wie die Ortsbild unverträgliche Höhenlage nicht ausgeräumt aufwies, ein Plausibilitätsgutachten vom Land erbeten (so stehts im Protokoll der Bauverhandlung). Wäre diese Beamtin nicht so engagiert gewesen, Hut ab!, stünde besagter Billa-Markt in Eisenerz vermutlich heute schon. Die Antwort der Vorsitzenden der Ortsbildkommission, Eva Guttmann, konfrontiert mit der Sachlage des positiven Zweitgutachtens, das die Anrainerin und ich nur als Gefälligkeitsgutachten gegenüber der Gemeinde einschätzen konnten, war, dass sie das Gutachten nicht kenne und wörtlich (vor Zeugen): "Aber der G. ist doch ein guter Gutachter."
Nun meine Frage: Welche Maßnahmen und Strukturen sorgen dafür, dass das Ortsbildschutzgesetz sich im Anlassfall durchsetzt? Im Gesetz konnte ich nichts finden, das darauf hinweist, dass es ein drittes, nennen wir es Plausibilitätsgutachten geben muss, wenn eine zweite Einreichung ein diametral entgegengesetztes Gutachten erhält, das Projekt dem ersten aber frappant ähnelt und die Einwände des ersten Gutachtens darin nicht berücksichtigt sind? Etwas ist hier faul im Staate ......, oder nicht? Frau Guttmann wird sicher wieder Gründe finden, zu behaupten, ich hätte falsch berichtet (man lese bei den Kommentaren nach, als ich über diese Sache im "Spectrum" der Zeitung "Die Presse" schrieb und der Artikel auf GAT nachgedruckt werden durfte)
Dieser Fall ist nicht der erste, der mir so bekannt ist. Im südsteirischen Weinland, direkt an der Weinstraße, gibt es den Umbau mehrerer Bauten eines Grazer Industriellen, der vor etlichen Jahren einen negativen Bescheid der Baubezirksleitung erhielt, weil der Umbau nicht ins geschützte Landschaftsbild passte (Naturpark!). Dass die Gebäude heute doch so dastehen mit jeweils runden Turmanbauten, hat der Bauwerber einem Gutachter zu verdanken, der den Bescheid argumentativ aushebelte, wie mir Christian Hofmann von der BBL Leibnitz erzählte. Die Pointe dabei, der Gutachter war wohl ein naturschutzbeauftragter Jäger. Ob die Erzählung so stimmt, will ich, vertrauensvoll, nicht weiter recherchieren. Aber die Türme existieren.

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