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Wohn- und Geschäftshaus an der Karlauerstraße. Architektur: Atelier Frühwirth, Platz 1. Screenshot – Ausschnitt Wettbewerbsplakat

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WB-Entscheidung
Rankencity – Karlauerstraße, Graz-Gries

NHD Immobilien und UBM Development hatten zur Errichtung eines Geschoßwohnbaus an der Karlauerstraße in Graz-Gries einen geladenen Realisierungswettbewerb unter sechs TeilnehmerInnen nach dem Grazer Modell ausgelobt und zwischen 28. Februar und 7. Mai 2019 durchgeführt.
Die Auslober beabsichtigen auf dem ehemaligen Gewerbegrundstück auf Basis des Bebauungsplans 05.34.0, Karlauerstraße – Rankengasse Süd unter Ausnutzung der maximalen Bruttogeschoßfläche Wohnungen und erdgeschoßig liegende Gewerberäume zu realisieren. Im gegenständlichen Verfahren ging es nur um die Schließung der Baulücke entlang der Karlauerstraße. Wie der Homepage rankencity.at zu entnehmen ist, wurden die Planungen für die übrigen, größeren Bereiche des Quartiers Rankencity von NHD Immobilien und UBM Development bereits durchgeführt.
Im Wettbewerb war besonderes Augenmerk auf die Gestaltung der Fassade zur Karlauerstraße, eine qualitätsvolle Erdgeschoßzone und den Anschluss in den Obergeschoßen zu den angrenzenden Gebäuden zu legen. Die Wohnungen sollen so flexibel sein, dass Zusammenlegungen und Auseinanderkoppelungen möglich sind.

Wettbewerbsergebnis
Die Jury unter dem Vorsitz von Arch. DI Kurt Fandler tagte am 07. Mai 2019 und kam nach eingehender Überprüfung der eingereichten Projekte hinsichtlich städtebaulicher, funktionaler und architektonischer Kriterien zu folgendem Ergebnis:

  • Platz 1: Atelier Frühwirth
  • Platz 2: scherr + fürnschuss architekten
  • Platz 3: Arch. DI Michael Neuwirth

Weitere TeilnehmerInnen

  • Arch. DI Susanne Fritzer
  • Arch. DI, Stephan Piber
  • Arch. DI Peter Poldnig

Jurybeurteilung Platz 1

"Das vorgeschlagene Projekt nimmt die Leitlinien des Bebauungsplanes auf und entwickelt einen Baukörper, welcher in ruhiger und eleganter Weise an der Karlauerstraße die Idee der Blockrandbebauung fortsetzt und durch sein Erscheinungsbild die Qualität dieses wesentlichen Straßenraumes aufwertet und belebt.
Der Baukörper tritt an der Karlauerstraße in einer feinen Baukörpergliederung in Erscheinung: eine transparente Geschäftszone wird durch die beiden – nördlich und südlich gelegenen Zufahrts- bzw. Durchfahrtsbereiche gerahmt und bildet das Erdgeschoß als Basis ab. Darüber bilden vier Obergeschoße unter Aufnahme der Trauflinie die Mittelzone der Fassade. Diese Mittelzone wird geprägt durch eine geschoßweise und wohnungsweise Gliederung. Die jeweiligen Wohnungsfassaden werden durch die Loggia-Lösung in der Tiefe gegliedert, verschiebbare Elemente (Schallschutz etc.) beleben zusätzlich das Fassadenbild und tragen zur Identität des Gebäudes bei. Darüber wird zurückversetzt ein zweigeschoßiger Bereich angeordnet. Die Materialität und Ausführung werden intensiv diskutiert.
An der Innenhofseite gliedert sich der Baukörper in eine erdgeschoßige Basis (Wohnungen mit Gartenanteil) und einen sechsgeschoßigen Bauteil, welcher durch die durchlaufenden Balkone mit unterschiedlichen Tiefen gegliedert wird.
Der Baukörper wird in zwei Bauteile mit jeweils eigenem Stiegenhaus und Lift gegliedert. Somit werden lange unbelichtete Erschließungswege vermieden. Von besonderer Qualität ist die Erschließung des Gebäudes mittels zweier Zugänge im Erdgeschoß: einerseits im Norden die Tiefgaragenerschließung mit einem Zugangsbereich und im Süden die öffentliche Durchwegung mit dem Gebäudezugang.
Es werden Fünf- bzw. Sechsspänner-Erschließungen angeboten. Die Wohnungsgrundrisse weisen eine gute Qualität auf. Im Bereich der 1,5 Zimmer Typen ist Verbesserungspotenzial gegeben. Im Nord- und Südbereich werden durchgesteckte Wohnungen angeboten. Koppelbare Wohnungsgrundrisse werden angedeutet, sind bei Bedarf jedoch zu vertiefen."

Ausstellung
Alle Wettbewerbsbeiträge werden vom 20. Mai bis inclusive 7. Juni 2019 in der Stadtbaudirektion, 5. Stock, Bauamt, Europaplatz 20, 8020 Graz, ausgestellt.

Verfasser / in:

Redaktion GAT

Datum:

Wed 22/05/2019

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Kommentare

graz wird nie zur großstadt

graz wird nie zur großstadt werden. bestenfalls zu einem "millionendorf" wie man bedeutungslose provinzstädte zu bezeichnen pflegt, völlig egal wie dicht man graz zubetoniert. denn

1 graz liegt zu abseits
2 graz hat keine identität. wien lebt davon regierungssitz zu sein, salzburg von den festspielen.

graz hatte früher die grazer schule, heute beliebige wohngefängnisse die auch in china stehen könnten. besonder gelungen der 70er jahre ostblockklotz in der wienerstraße gegenüber von automobile spes.
graz ist es nicht gelungen ein identität (ein alleinstellungsmerkmal) aufzubauen, die sich auf den ort bezieht, zuviel wurde in graz kopiert.

Was heute schon eine City ist

Zwei Wohnbaustangen und ein grüner Hof ergeben noch keine City. Erdgeschosswohnungen mit privaten Gärten entlang der Rankengasse sind auch nicht gerade citylike und urban.

"City"

Urbanität lebt von (Bevölkerungs) Dichte und hier wird aufgrund der Höhe der Gebäude eine städtische Dichte erzeugt.
Das Graz zur Großstadt wird wird von einer Minderheit von Leuten negativ gesehen, hier wird aber ein fast zu 100% versiegelter Baugrund massiv entsiegelt indem man höher baut.
Das manche Leute dem stadtklimafeindlichen verdichteten Flachbau nachweinen mit dem man hier früher den Bauplatz zubetoniert hätte ist legitim aber mit moderner, wissenschaftlich fundierter, Stadtplanung nicht kompatibel.

Tolles Projekt

Tolles Projekt, schön das die Karlauerstraße endlich modernisiert wird, bis auf sehr wenige Gebäude wie besonders das schützenswerte Bäckerhaus weiter südlich ist die dortige Vorstadtbebauung eh nichts besonderes.
Einziges Manko: Der Bauteil an der Karlauerstraße ist zu niedrig, hier die letzten 2 Stockwerke zurückzusetzen ist nicht notwendig weil die Straße ist breit genug und ein schützenswertes Stadtbild ist in der Karlauerstraße nicht vorhanden weil weder liegt es in der Altstadt noch in einem erhaltenen Gründerzeitviertel.
Wenn es so weitergeht ist die Karlauerstraße in einigen Jahren innerstädtisch bebaut wie es in dieser zentralen Lage auch städtebaulich richtig ist.
Durch das Ersetzen der niedrigen flächigen Bebauung durch höhere Gebäude entstehen hier für das Stadtklima sehr wichtige begrünte Innenhöfe.

keine Spur von gutem Städtebau

1.) schön, dass ....
2. und die Maßstäblichkeit zwischen dem siegreichen Projekt und der bestehenden Kirche? Eine städtebauliche Katastrophe.

Städtebauliche Gegensätze

Geh bitte Graz wird zum Glück immer mehr zur Großstadt und da sind solche städtebaulichen Gegensätze ein naturgegeben und positiv solange sie sich außerhalb der Altstadt befinden.

Infobox

Rankencity – Karlauerstraße, Graz-Gries

Einstufiger, geladener Realisierungswettbewerb unter sechs TeilnehmerInnen nach dem Grazer Modell

Ausloberinnen
NHD Immobilien und
UBM Development

Gewinner
Atelier Frühwirth, Graz

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