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Architekten gegen Trump

Zwischen Traum und Albtraum

Bauen für oder gegen die Macht: Was bedeutet die Trump-Präsidentschaft für die Architektur und für die Städte der USA?
Der erste Widerstand aus der Architektenschaft lässt nicht lange auf sich warten.

"Architekten sind im Grunde nicht viel mehr als Edelhuren", sagte Philip Johnson einst in einem Interview. "Wir können Projekte ablehnen, aber wir müssen zu irgendwem Ja sagen, wenn wir im Geschäft bleiben wollen." Johnson, der erste Pritzkerpreisträger überhaupt und eine der schillerndsten und kontroversesten Architektenpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, war der zynischen Zuspitzung zeit seines Lebens nicht abgeneigt, dürfte sein süffisantes Rotlichtgleichnis aber ernst gemeint haben. War er doch mit seinen Nazi-Sympathien der 1930er-Jahre, die ihm lebenslang anhingen, ein Paradebeispiel für die Gratwanderung zwischen Anbiederung an die Macht und kritische Distanzierung von ihr. Kann man moralisch integer bleiben, wenn man für moralisch nicht integre Auftraggeber baut? 

Diese Frage hat aus naheliegenden Gründen in den USA wieder an Brisanz gewonnen. Das erste Aufflammen dieser Debatte in der Architektenschaft ließ nur drei Tage nach der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten auf sich warten. Schon am 9. November 2016 sandte Robert Ivy, Vorsitzender des American Institute of Architects (AIA), eine ergebene Grußadresse an den President-elect. ( .... )

Verfasser / in:

Redaktion GAT GrazArchitekturTäglich

Datum:

Mo. 13/02/2017

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Zwischen Traum und Albtraum

Der Artikel von Maik Novotny erschien am 12. Februar 2017 auf derstandard.at – siehe Link unten.

Die Architektenschaft in den USA protestiert.

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