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AUGENBLICK_Graz
 – Architektur-Projekt mit Kindern
©: Daniela Zeschko

_Rubrik: 

Bericht
AUGENBLICK_Graz

Architektur-Projekt mit Kindern

AUGENBLICK_Graz ist ein Projekt des Vereins LIVING ROOMS, welches von Februar bis Juni 2017 mit SchülerInnen der Projektschule Graz umgesetzt wurde. 
Wissensvermittlung, Bewusstseinsbildung und aktive Raumwahrnehmung, sowie das Nutzen kreativer Potenziale und das Thematisieren von Veränderung standen im Zentrum der Arbeit. 

Was ist Veränderung? Wie schaut die Stadt heute aus? Wie sah sie früher aus? Warum verändert sich die Stadt? Was führt zu Veränderungen und wer ist beteiligt? Wie ist die Situation aktuell in Graz? Wo können die Kinder in ihrem Alltag bauliche Veränderung in der Stadt beobachten? Was bedeutet es für die Kinder, wenn es Baustellen in ihrer nächsten Umgebung gibt und wie erleben sie diese Veränderungen?
Gemeinsam wurden diese Fragen in der Gruppe bearbeitet, es wurden unbekannte Begriffe erklärt und durch die Beobachtungen der Kinder ergaben sich spannende Diskussionen mit überraschenden Wendungen.

In einem partizipativen Prozess wurden historische Aufnahmen der Stadt Graz betrachtet und in der Gruppe besprochen. Geklärt wurde ob die Kinder die abgebildete historische Situation erkennen und auf die heutige Situation in der Stadt übertragen könnten. Es entwickelte sich ein spannendes Ratespiel, auf das sich die Kinder gerne eingelassen haben. In einer nächsten Projektphase wurden die besprochenen Orte besichtigt und nach Möglichkeit Fotos aus den gleichen Blickwinkeln in der aktuellen städtischen Situationen aufgenommen. Die Kinder suchten auf den historischen Bildern nach Details und versuchten diese im heutigen, veränderten Setting wiederzuerkennen. Die Kinder konnten im Wandel der Zeit Kontinuität sowie Veränderung entdecken. In Kleingruppen wurden unterschiedliche Wege/Touren abgegangen. In einem letzten Schritt wurden aus den alten Bildern und neuen Aufnahmen Bildpaare gebildet und zu einem Memory verarbeitet.

Durch die aktive Zusammenarbeit mit den LehrerInnen entwickelte sich das Projekt laufend weiter, sodass es individuell auf die Bedürfnisse der Kinder zugeschnitten und in der Schule auch mit einer anderen Klasse wiederholt werden konnte. Die Kooperation erfolgte sowohl auf der theoretischen, als auch auf der operativen und organisatorischen Ebene. LIVING ROOMS brachte dabei Erfahrung in der Umsetzung von partizipativen Architekturprojekten, Wissen über das historische Graz sowie den öffentlichen Raum und Know-how im Bereich  Architekturvermittlung mit Kindern ein. Das Projekt wurde von Grund auf in der Ausgestaltung und Umsetzung auf Augenhöhe mit den SchülerInnen entwickelt und durchgeführt.
Das entstandene Memory, in dem sich ein Kartenpaar aus je einer historischen und einer aktuellen Aufnahme von Graz bildet, bietet einen spielerischen Zugang zur Grazer Stadtentwicklung.
Das Wissen der SchülerInnen konnte mit dem Projekt AUGENBLICK_Graz erweitert und der Begriff Veränderung vor allem in Bezug auf Stadt als „natürlicher Prozess“ verstanden werden. Die gemeinsame Entdeckungsreise in der Stadt sowie der Spaß an der Sache selbst, das Suchen der alten Gebäude, ermöglichten jedem Kind einen ganz persönlichen Erkenntnisgewinn. Durch die Auseinandersetzung alleine, in der Kleingruppe und im Klassenverband konnten die SchülerInnen ihr Wissen unterschiedlich einsetzen und laufend erweitern. Das am Ende entstandene Produkt – das Memory - ist nicht nur eine Erinnerung, sondern ermöglicht es auch sich langfristig mit dem Thema altes und neues Graz zu beschäftigen.

Umsetzung und Konzeption: LIVING ROOMS
Betreuung: DI Franziska Schruth, Mag.a Daniela Zeschko, LehrerInnen der Projektschule Graz

Verfasser / in:

Daniela Zeschko
Franziska Schruth

Datum:

Di. 11/07/2017

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Infobox

AUGENBLICK_Graz
Architektur-Projekt mit Kindern
der Projektschule Graz

Februar bis Juni 2017

Die Auseinandersetzung mit moderner und historischer Architektur, mit der Entwicklung von Gebäuden und der Entstehung von Stadt sowie den Möglichkeiten, sich an diesen Prozessen zu beteiligen, setzt bei Kindern kreative Prozesse frei und ermöglicht es die gebaute Umgebung neu zu verstehen. Kinder sollen in ihrer Wahrnehmung und mit ihrem vorhandenen Wissen ernst genommen werden. Es gilt Wege zu finden, ihnen Zugang zu ergänzendem Wissen zu ermöglichen.

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