GAM. 13 – CALL FOR PAPERS
GAM. 13 – CALL FOR PAPERS
©: GAM. Architecture Magazine

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WB-Ankündigung
GAM. 13 – CALL FOR PAPERS

Spatial Expeditions

Die nächste Ausgabe von GAM widmet sich dem Blick auf den gebauten Raum, den es mit der Methode der Expedition zu entdecken gilt. Da wir Raum unmittelbar mit allen Sinnen erleben und mittels unseres gesamten Sensoriums erfahren, werden raumphänomenologische Überlegungen zum zentralen Bestandteil jeder architektonischen Entwurfsentscheidung. Obschon in den bildenden Künsten eine stetige Beschäftigung mit der unmittelbaren Raumerfahrung hinsichtlich einer Raumproduktion nachweisbar ist (z.B. durch die Arbeiten von Rachel Whiteread oder Cristina Iglesias), gibt es innerhalb der Architekturdisziplin keinen kontinuierlichen Diskurs zum Thema Raumwahrnehmung.

Die Debatte über die physisch erfahrbaren Eigenschaften von Raum und seinen atmosphärischen Qualitäten wurde unter Architektinnen und Architekten scheinbar mit dem Rückzug der Situationisten Mitte des 20. Jahrhunderts beendet. Peter Zumthors paradigmatische Schriften Architektur Denken oder Atmosphären, die ein raumphänomenologisches Verständnis von Architektur ins Zentrum rücken, gehören zu den wenigen Ausnahmen. In der aktuellen wissenschaftlichen Auseinandersetzung dominieren vielmehr die Stimmen nicht gestaltender Disziplinen, und architektonische Diskurse zu Raumerfahrung und Atmosphäre bleiben meist auf das Virtuelle beschränkt, in dem die Orte des Erfahrens immer fiktiv sind. Die Fokussierung auf den simulierten Raum wirft aber zwangsläufig die Frage nach der Bedeutung von realen Räumen und deren Entdeckung in einer bereits kartographierten Welt auf.

Diese Feststellung nehmen wir zum Anlass, elementare Parameter der Raumwahrnehmung zurück ins Zentrum einer Betrachtung von Architektur zu stellen, die Rückschlüsse auf die eigentliche Raumgestaltung bereithalten. Die Methode der Expedition ermöglicht dabei einen experimentellen Umgang und bietet die Chance, neue Erkenntnisse und Sichtweisen auf den gebauten Raum sowie auf Praktiken seiner Erkundung zu gewinnen.
Expeditionen sind eine Orientierung an Zufallsereignissen eingeschrieben, deren direkte Erfahrung Richtungsänderungen mit sich bringen und unerwartete und ungebetene Möglichkeiten implizieren. Ihre Ergebnisse sind abhängig von der Art des Umgangs mit ihrem Verlauf. Dabei entstehen Diskrepanzen zwischen Karte und Weg, Vorstellung und Realität, welche die Raumvorstellung und -produktion konkretisieren oder verschieben. Mit jeder Expedition werden neue Daten erhoben, wird Wissen generiert oder korrigiert.

GAM.13 ruft dazu auf, die unerforschten Aspekte des gebauten Raumes auszukundschaften. Dabei fragen wir nicht nur nach Motiven, die einer räumlichen Expedition vorangehen, sondern ebenso nach Werkzeugen und Materialien, nach äußeren und inneren Bedingungen und nach Ergebnissen und Berichten, die eine räumliche Expedition dokumentieren. Die Art und Weise, wie Raum wahrgenommen wird, spielt dabei eine entscheidende Rolle. Es geht nicht nur um Wahrnehmungsstandpunkte, sondern ebenso um konkrete Techniken und Modi der Wahrnehmung, die aus der eigenen Disziplin heraus und aus artverwandten Disziplinen den Blick auf den gebauten Raum schärfen können.

GAM lädt Sie dazu ein, ein Abstract (max. 500 Wörter) zum Thema „Spatial Expeditions“ gemeinsam mit einer Kurzbiographie bis zum 18. Mai 2016 an gam@tugraz.at zu senden. Willkommen sind Beiträge aus architektur-, kunst- und raumaffinen Sparten, die in Form von Texten, Bildstrecken, Projektanalysen oder Fallstudien den gebauten Raum phänomenologisch begreifen, untersuchen, erproben, darstellen, reflektieren und interpretieren. Abgabetermin für die von der Redaktion ausgewählten finalen Beiträge ist der 22. August 2016.

Verfasser / in:

GAM. Architecture Magazine

Datum:

Do. 07/04/2016

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GAM.13
Spatial Expeditions

CALL FOR PAPERS

Willkommen sind Beiträge aus architektur-, kunst- und raumaffinen Sparten, die in Form von Texten, Bildstrecken, Projektanalysen oder Fallstudien den gebauten Raum phänomenologisch begreifen, untersuchen, erproben, darstellen, reflektieren und interpretieren.

Abstracts von max. 500 Wörtern zum Thema 'Spatial Expeditions' können bis 18. Mai 2016 eingereicht werden an gam@tugraz.at

Abgabetermin für die von der Redaktion ausgewählten finalen Beiträge ist der 22. August 2016.

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