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Graz-Reininghaus, Modellfoto zentraler Bereich Süd, Blick nach Norden. Mittig: Quartier 6a Süd, rechts angrenzend Quartier 3 (Geiswinkler & Geiswinkler), oben angrenzend Parkquartiere (Pentaplan), links unten Quartier 7 (balloon architekten)
©: ÖWG

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WB-Entscheidung
Graz-Reininghaus: Quartier 6a Süd

Ausgelobt von der Österreichischen Wohnbaugenossenschaft, ÖWG Graz, wurde ein 2-stufiges, österreichweit offenes Verfahren zur Erlangung von Bebauungsvorschlägen für einen geförderten Geschoßwohnbau im Reininghaus-Quartier 6a Süd zwischen 25.04. und 19.09.2016 durchgeführt. Das unbebaute Grundstück in Graz-Eggenberg mit einer Größe von 29.079 Quadratmetern soll mit Wohnnutzungen (90%) und Nichtwohnnutzungen (10%) für u.a. Gemeinschaftsräume, Kindergarten und Kinderkrippe bebaut werden.
In der 1. Stufe war das Quartier städtebaulich zu bearbeiten, in der 2. baukünstlerisch auszuarbeiten. Vorgesehen sind von der ÖWG ca. 350 Wohneinheiten in max. siebengeschoßigen Baukörpern (Dichte 0,6 – 1,2). Abhängig von der baukünstlerischen Qualität konnten partiell auch höhere Gebäude geplant werden.

Die Jury unter dem Vorsitz von Univ.-Prof. Arch. DI Andreas Lichtblau hat in der 1. Jurysitzung von 30 eingereichten Projekten 6 in die 2. Stufe aufgenommen und in der 2. Sitzung drei Preisträger und drei Ankäufe ermittelt.

Wettberbsergebnis

  • 1. Rang: KFR ZT-GmbH, Arch. DI Rudi Raß, Ing. Michael Fleischhacker
  • 2. Rang: Arch.DI Dr.techn. Hansjörg Tschom
  • 3. Rang: Arch. DI Michael Regner
  • Ankauf: ARGE Arch. Dl Alfred Graffer, Arch. Dl Franz Ederer, Arch. Dl Armin Haghirian
  • Ankauf: Arch. Dl Gerald Deutschmann
  • Ankauf: ARGE Arch. Dl Georg Moosbrugger, Arch. Dl Karlheinz Winkler
  • Nachrücker: Arch. DI Helmut Zieseritsch

Jurybeurteilung 1. Rang
Die kritischen Hinweise der 1. Stufe wurden vom Projektanten aufgegriffen und stellen mit der vertieften Darstellung der Grünraumflächen, der Fassaden und den urbanen öffentlichen Räume eine überzeugende und in ihrer Qualität weiterführende Antwort dar. Punktuelle feinsinnige Nachjustierungen der Baukörperkonfiguration und die Plausibilisierungen durch Fassaden führen zu einer deutlichen Präzisierung der angedeuteten Raumqualitäten, besonders im Bereich Quartierspark und Quartiersplatz und vor allem in der 3. Dimension, der Höhenstaffelung der Baukörper. Dadurch wird das Projekt auch deutlich lesbar in die weitläufige Bebauungsstruktur des Bestandes im Norden und Osten, sowie des neu geplanten Gesamtquartiers Reininghaus eingebettet. Die Offenheit in Richtung Quartier 6 und 7 sowie im weiteren Feld zur bestehenden Bebauung ist intelligent und als Anknüpfungspunkt für Weiterentwicklungen konzipiert.
Einerseits bildet die arkadenartige Bebauung zur ÖV-Achse ein entsprechendes, belastbares Gegengewicht zum Quartier 3, andererseits entwickelt die Bebauung des Gesamtprojekts eine feingliedrige und zarte Baukörpersprache, die dem Thema des sozialen Wohnbaues deutlich angemessen ist und sogar über die bekannten Schemata hinauszugehen verspricht. Der Einsatz der Mittel ist zurückhaltend und dem Programm des sozialen Wohnbaus entsprechend gelöst.
Diee Grundrisse versprechen unterschiedliche Innenraumqualitäten mit ansprechenden Raumlösungen und Möblierungen.
Die Freibereiche sind entsprechend gut zugeordnet, weisen die notwendige Privatheil auf und sind selbstverständlicher Bestandteil des dargestellten Erscheinungsbildes.
Die Freiräume der Wohnhöfe und des Quartiersparks öffnen sich in positiver Weise zur Grünachse und sind gut nutzbar. Die Positionierung des projektierten Baumbestands ist aufgrund der Situierung der Tiefgarage im Wesentlichen plausibel nachgewiesen.

Empfehlungen
Die durchgesteckten Wohnungen an der ÖV-Achse im EG sind im Hinblick auf innovative Wohnformen (Wohnen und Arbeiten etc.) zu überarbeiten.
Fahrradabstellplätze sind in diesem Bereich gebäudeintegriert unterzubringen.
Die Verschiebung der TG-Einfahrt in Richtung Osten (Tausch mit den Wohnungen ist zu prüfen).
ln der südöstlichen Innenecke an der Kreuzung Wetzelsdorferstraße / ÖV-Achse ist in den unteren Geschoßen die Mindestbesonnung nicht eingehalten, hier ist von einer Wohnnutzung abzusehen.
Im Zuge der vertiefenden Grünraumplanung ist die Identifikation mit dem konkreten Ort zu bearbeiten, die räumlichen, materialtechnischen und farblichen Aspekte der einzelnen Hofsituationen sind im Detail zu bearbeiten, ebenso wie Aspekte des Zusammenhalts der Gesamtanlage.

Auflagen
Diverse Abstimmungen der Planung sind im Einvernehmen mit dem Bauträger, der Stadtgemeinde und dem Wohnbautisch vorzunehmen.

Weitere TeilnehmerInnen
Arch. Dl Peter Larcher / LOVE architecture and urbanism / Arch. Dl Martin Brischnik / Arch. Dl Nikola Popovic / HOG Architektur / Arch. Dl Guido Seeger / Arch. Dl Ewald Wastian / ARGE Arch. Dl Paul Michael Pilz, Innerhofer oder Innerhofer / Hertl Architekten / gaft&onion / Arch. DI Josef Hohensinn / Arch. DI Tinchon / Gangoly & Kristiner Architekten / lassy architektur + raumplanung / Arch. Dl Hubert Rieß / Nussmüller Architekten / ARGE Arch. Dl Hartwig Steinwender, Arch. Dl Christoph Zobel / Schutz Architektur / Arch. Dl Martin Strobl / Kirsch ZT / Atelier für Architektur, Arch. Dl Mag. Thomas Pilz, Arch. Dl Chrisoph Schwarz / Arch. Dl Kurt Fandler / Zinterl Architekten.

Ausstellung
Die Ausstellung der Projekte findet vom 26. September bis einschließlich 03. Oktober 2016 in den Räumlichkeiten der ÖWG Wohnbau, Maserhofgasse 14, 8010 Graz, Untergeschoß, während der Öffnungszeiten (Mo, Di u. Do von 08:30 – 13:30, Mi von 08:30 – 17:00, Fr von 08:30 – 12:00 Uhr) statt.

Verfasser / in:

Redaktion GAT GrazArchitekturTäglich

Datum:

Mi. 28/09/2016

Artikelempfehlungen der Redaktion

Kommentare

Blockrand

Mich würde interessieren warum eigentlich die Typologie Blockrand nicht mehr in Betracht gezogen wird. Gehören doch gerade die gründerzeitlichen Viertel in Graz zu den beliebtesten und am besten funktionierenden. In Deutschland und in der Schweiz besinnt man sich wieder vermehrt der Qualitäten geschlossener Bebauungsstrukturen in der Stadtentwicklung. Warum ist das bei uns nicht möglich?

anonymes Posten

Mich würde interessieren, sg. Anonymus, warum man so eine Frage anonym posten muss. Das wertet für mich den Kommentar ab, sorry, und macht mir keine Lust, die Frage als Beginn eines Dialogs oder einer sich vielleicht fruchtbar entwickelnden Diskussion zu werten. Es grenzt für mich an Lächerlichkeit.

warum nicht?

Viele Beiträge werden hier anonym gepostet. Warum das gerade in diesem Fall lächerlich sein soll, erschliesst sich mir nicht. Für welchen Zweck ist denn die Funktion, hier etwas anonym zu posten, gedacht? Und wenn Sie keine Lust haben, Frau Tschavgova, darauf zu antworten, dann lassen Sie es doch. Aber bitte halten Sie sich mit abschätzigen Kommentaren zurück, weil sonst muss man die Seriosität dieses Forums in Frage stellen.

1. Weil für einen Diskurs auf

1. Weil für einen Diskurs auf Augenhöhe auch ein Gegenüber gehört, das man direkt offen "auf Augenhöhe" ansprechen kann.
2. Weil Ihre Fragen so harmlos und ungefährlich sind, dass es keinen Grund geben kann, sie anonym zu posten. Anonymität ist doch immer ein Zeichen von Ängstlichkeit, dass einem aus einem Posting/offenene Wort Nachteile erwachsen. Bei der Frage nach der Blockrandbebauung und ihren Vor- oder Nachteilen?
3. Für mich ist es eine Lebenseinstellung und sogar eine Frage von Haltung (wie altmodisch), Dinge offen anzusprechen, nicht nur so harmlose wie die Thematisierung der Vorzüge von Blockrandbebauungen. Es ist für mich sogar eine Frage des Respekts, den ich meinem Gegenüber, den Lesern und Leserinnen, in einem offenen Forum entgegenbringen will.
Ja, da scheiden sich unsere Geister......
Die bloße Möglichkeit des anonymen Postens bedeutet noch nicht, dass man/Individuum sie nützen muss.

Infobox

Wettbewerbsergebnis
Graz-Reininghaus
Quartier 6a Süd

Ausloberin
Österreichische Wohnbaugenossenschaft ÖWG, gemeinnützige registrierte Genossenschaft mbH, Moserhofgasse 14
, 8010 Graz

Das unter 30 TeilnehmerInnen österreichweit offene Verfahren haben KFR – Arch. DI Rudi Raß, Ing. Michael Fleischhacker – gewonnen.

Ausstellung
26.09. – 03.10.2016

ORT
ÖWG Wohnbau, Moserhofgasse 14, 8010 Graz, Untergeschoß
Öffnungszeiten
Mo, Di u. Do: 08:30 – 13:30
Mi: 08:30 – 17:00
Fr: 08:30 – 12:00 Uhr

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