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Music-Box am Arsenalsteg
Architektur: heri&salli, ©: Zoom VP

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Bericht
Music-Box am Arsenalsteg

heri&salli, Architektur-Studio in Wien, gewinnen in der zweiten Wettbewerbsstufe mit ihrem Projekt Music-Box am Arsenalsteg beim Bewerbungsverfahren für Quartiershäuser 2016/17 im Rahmen des Wettbewerbs Leben am Helmut-Zilk-Park.

Das im östlichen Teil des Sonnwendviertels am Bauplatz C.16.C nahe des Wiener Hauptbahnhofs gelegene nutzungs-heterogene Projekt Music-Box vereint Wohnen, Arbeiten und Freizeit unter einem Dach, dient speziell den Bedürfnissen Musikschaffender und darüber hinaus dem gesamten Quartier. Studierende können das Haus genauso wie StadtnomadInnen, Ensemblemitglieder oder GastprofessorInnen bewohnen. Neben unterschiedlichen Wohnformen werden Freiräume, Musikschule, Proberäume, Creative-Lab, Turn- und Fitnessräume angeboten.

Die Jury zu Music-Box am Arsenalsteg
Das Projekt aktiviert die städtebauliche Platzsituation und quartiersübergreifende Schnittstelle durch differenzierte, markante Architektur mit lebhaft strukturiertem Stadtsockel. Eine spannende Raumdiagonale zum Projekt C. 17.A wird aufgebaut. Das Projekt wurde im Sinne der Empfehlungen für den Quartiersplatz und Baukörpermaßstab entsprechend als signifikanter Baustein weiterentwickelt. Die Qualitäten liegen in allen erforderlichen Kriterien und deren Wechselbezügen vor. Das Konzept der „Serviced Apartments‘‘ als Frequenzbringer in das Quartier wird als belebendes Element erkannt. Die Weiterentwicklung des Projekts seit der ersten Stufe wird in architektonischer, freiraumgestalterischer Hinsicht wie bezüglich der Nutzungsvielfalt sehr positiv gesehen, die neuen Partner Grätzlhotel und Sportunion sind von belebendem und ergänzendem Nutzungsvorteil. Die vorgesehenen Nutzungen lassen Belebtheit und Frequenz nicht nur untertags, sondern auch an den Tagesrändern, insbesondere auch am Abend erwarten, ebenso durchgehend während des gesamten Jahrs.
Das Gebäude bildet die Nutzungsvielfalt ab, es zeigt, was alltäglich los ist und wie das Vorfeld aktiviert werden könnte. Die Freiraumgestaltung vor allem Richtung Rampe ist eine sinnvolle Lösung. Die Durchgängigkeit/ Durchwegung des Baufelds hinter dem Baukörper – für den Hofraum – ist ebenso positiv, Nutzung und Gestaltung der Sockelzone sind sehr gut gewählt, der Anschluss ans Nachbargebäude an der Promenade wird durch den differenten Nebenbaukörper bewusst vom Hauptbaukörper gebrochen und somit als weiteres Thema offeriert. Die Fassade bringt durch ihr Schattenspiel Leben an diesen Ort, die Strukturiertheit und Materialität der Fassade mit der gezeigten zweiten Schicht ist jedenfalls in der dargestellten Form und mit den gezeigten Öffnungen umzusetzen. Besonders wichtig ist an dieser Stelle die Gestaltung der Schmalseite des Baukörpers zur Promenade, die durch die Brechung des Wohnungsrasters an dieser Stelle und die Modifikation der Öffnungsabfolge gewinnt. Diese Fassade ist mit der versprochenen Sensibilität auszuführen. Im Vergleich innerhalb des Quartiers ist die hier vorgeschlagene Nutzung mit temporärem Die vorgeschlagene Nutzung „Serviced Appartments“ ist dem oberen Preissegment zuzuordnen und wird innerhalb des QEG kritisch diskutiert, jedoch letztlich als Ergänzung zu den anderen Angeboten im Quartier wahrgenommen. Die Ausrichtung des Wohnens speziell auf Musiker, wie sie in der Einreichung und der Präsentation dargestellt wurden, ist jedenfalls umzusetzen.
Empfehlung des QEG für die Weiterbearbeitung: Die Komplexität einer groben und feinen Porosität des Bauvolumens soll auch für die Hoffront vorgesehen werden. Das Bauwerk wirkt damit umlaufend stärker als Skulptur auch für Anrainer und Hofnutzerinnen wie als Quartiersanker. In diesem Zusammenhang wird es höchstwahrscheinlich zu einer geringfügigen Reduzierung von Serviced Appartments kommen (ca. 8 Einheiten), was wirtschaftlich vertretbar und zumutbar erscheint. Die Schmalseite zur Promenade kann die Reduktion infolge neuer Fassadenatrien an der Hoffront allfällig im obersten Niveau etwas kompensieren. Die Aneignungsangebote im Freiraum werden als positiv eingeschätzt, bedürfen aber hinsichtlich der temporären NutzerInnen besonderer Aktivierungs- und Involvierungsangebote, die in jedem Fall zu berücksichtigen sind.

INFO Quartiershaus
Diese Art Gebäude zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass es neben Wohnungen und hausbezogenen Nutzungen wie Gemeinschafts-, Fahrradabstellräume etc. auch stadtteilbezogene Nutzungen integriert. Die Häuser öffnen sich zu ihrer Umgebung hin und ermöglichen bzw. fördern so die Entstehung eines lebendigen Stadtviertels.

Verfasser / in:

Redaktion GAT GrazArchitekturTäglich

Datum:

Mo. 24/04/2017

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Infobox

heri&salli gewinnen mit ihrem Projekt Music-Box am Arsenalsteg beim Bewerbungsverfahren für Quartiershäuser 2017 im Rahmen des Wettbewerbs Leben am Helmut-Zilk-Park

Architektur
heri&salli, Wien
Heribert Wolfmayr und Josef Saller

Bauherr
ÖSW - Österreichisches Siedlungswerk

Nutzungskonzept
artphalanx, Kunst- und Kommunikationsagentur

Landschaftsarchitektur
Carla Lo

Wettbewerb
März 2016 - März 2017

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