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Postkarte 19 > Um- und Zubau ALBERT SCHWEITZER HOSPIZ Haus des GGZ, Graz

Am 25.06.2007 fand die Gleichenfeier für den Umbau des alten Pflegewohnheims am Areal des Geriatrischen Gesundheitszentrums Graz zum ersten Hospiz für eine stationäre Sterbebegleitung in der Steiermark statt, das im März 2008 bezugsfertig sein wird. Für das Projekt zeichnen die Architekten DI Wolfgang Feyferlik und DI Susanne Fritzer, die im Jahr 2004 den geladenen Wettbewerb gewonnen haben, verantwortlich.

Die moderne Hospizbewegung wurde in den 1960er Jahren in England gegründet und konnte sich bis heute weltweit ausbreiten. Ihr ist es zu verdanken, dass das Sterben wieder als Teil des Lebens ins öffentliche Bewusstsein gelangte und Sterbenden und deren Angehörigen ein würdevolles (gemeinsames) Lebensende ermöglicht wird. Da jeder von uns ein Pflegefall werden kann und/oder mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit in seinem nächsten Umfeld mit schwerkranken Menschen konfrontiert werden wird, ist die öffentliche Hand verpflichtet, Projekte wie jenes im Geriatrischen Gesundheitszentrum durchzuführen und zu finanzieren. Im aktuellen Fall geschieht dies durch die entsprechenden Abteilungen des Landes Steiermark und der Stadt Graz.

PROJEKTBESCHREIBUNG:

Ein Abriss des Bestandes wurde von den Auftraggebern während des Wettbewerbes abgelehnt; deshalb sieht der siegreiche Entwurf die Aushöhlung des bestehenden Gebäudes vor, lediglich im EG, wo der steirische Hospizverein und Personal-Aufenthaltsräume untergebracht werden, bleibt die vorhanden Raumstruktur weitgehend erhalten, ebenso wie das Stiegenhaus. In den beiden Obergeschoßen ermöglicht eine Stahlkonstruktion die Neustrukturierung der Grundrisse. Der Ausbau des Dachgeschoßes schafft Platz für Technikräume, einen Meditationsraum und eine auch mit Betten befahrbare Terrasse.

Feyferlik / Fritzer versuchen die bestmöglichen Rahmenbedingungen für die Hauptziele der modernen Hospizbewegung (sh. oben) zu schaffen: 12 nach Osten orientierte Einzelzimmer mit großzügigen Fensteröffnungen und Holzoberflächen, ermöglichen eine individuelle Betreuung in wohnlicher und privater Atmosphäre. Angehörige können sich in eigenen Besucherbereichen entspannen.

Im 2. Obergeschoß liegt das Tageshospiz für die psychologische und medizinische Betreuung von schwerkranken Menschen, die noch zu Hause wohnen; ein großzügiger Aufenthaltsbereich bietet Platz für unterschiedliche Beschäftigungstherapien.

Ein Hauptelement des Wettbewerbsentwurfes stellt das Beleuchtungskonzept dar. Dieses soll gemeinsam mit dem renommierten Lichtlabor Bartenbach im Rahmen einer Forschungsstudie realisiert werden. Bisher galt die Finanzierung jedoch als nicht gesichert. Architekt Feyferlik richtete im Rahmen der Gleichenfeier einen Appell an die Entscheidungsträger, nicht an der falschen Stelle zu sparen und im Hinblick auf die Bedeutung für das Wohlbefinden Pflegebedürftiger, aber auch für das Pflegepersonal, in ein innovatives Beleuchtungssystem zu investieren, dass zudem noch eine Vorreiter- und Vorbildfunktion für weitere Hospiz- und Pflegeprojekte hätte.

PROJEKTDATEN:

Adresse: Albert-Schweitzer-Gasse 36, 8020 Graz

Bauherr: Geriatrische Gesundheitszentren

Planung: Büro Feyferlik / Fritzer, Graz

Tragwerksplanung: Dr. Siegfried Hiebl

HT: Mahr & Partner

ÖBA: Architekturbüro Hollerer

ÖBA HT: PMC Gebäudetechnik Planungs GmbH

Projektsteuerung: Rinderer & Partner ZT-KEG

Wettbewerb: Geladener baukünstlerischer Wettbewerb 2004 - 5 Büros

Einreichung: April 2006

Baubeginn: Dezember 2006

Dachgleiche: Juni 2007

Baufertigstellung: März 2008

BGF Zubau: 2421 m²

Bauwerkskosten: ca. 2,5 Mio Euro

KONTAKT:

Feyferlik / Fritzer

Arch. DI Wolfgang Feyferlik

Arch. DI Susanne Fritzer

Glacisstraße 7, 8010 Graz

T 0316 / 34 76 56

feyferlik@inode.at

fritzer@inode.cc

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Verfasser/in:
Redaktion GAT Graz Architektur Täglich

Datum:

Mi. 27/06/2007

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