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1. Rang
Architektur: Kampits & Gamerith ZT-GmbH, ©: Büro DI Daniel Kampus

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WB-Entscheidung
Quartier 12, Graz-Reininghaus

Die ARE - Austrian Real Estate, die BIG - Bundesimmobiliengesellschaft / Unternehmensbereich Schulen und das Stadtplanungsamt der Stadt Graz hatten einen EU-weit offenen, einstufigen, städtebaulichen Ideenwettbewerb für das Quartier 12 in Graz-Reininghaus ausgelobt.
Ziel des Verfahrens war die Ausarbeitung eines urbanistischen Konzepts für die 3,9 ha große Liegenschaft in Graz-Gries östlich der Alten Poststraße, nördlich der Kratkystraße, im Stadtentwicklungsgebiet Graz-Reininghaus (s. Link rechts: Quartier 12 / Schulquartier).
Das Quartier teilt sich in drei Bereiche: dem Baufeld für die höhere Schule und die Volksschule im Osten, dem Baufeld für eine Mischnutzung (Wohnen, Büro, Gewerbe, Handel) im Westen und dem zentralen Platz. Eine besondere Herausforderung der Bauaufgabe bestand im Umgang mit dem Lärm, der das Gelände rundum belastet.
Für die höhere Schule im Nordosten, ebenso für die südöstlich liegende Volksschule inklusive Turnsaal und Freiflächen, war nur eine städtebauliche Grobdisposition der vorgegebenen Baumassen erforderlich.
 Der gesamte westliche Bereich des Quartiers wird einer gemischten Nutzung zwischen Wohnen, Handel, Dienstleistung und Büro zugeführt. Der Anteil der Wohnnutzung wird max. 60 % der gesamtmöglichen Bruttogeschoßfläche des Quartiers umfassen.

Die Jury unter dem Vorsitz von Univ. Prof. DI Rudolf Scheuvens hatte in zwei Preisgerichtstagen am 13. und 14. Juni 2017 28  Projekte zu beurteilen.

Wettbewerbsergebnis

  • 1. Platz: Architekturbüro Kampits & Gamerith, Graz
  • 2. Platz: ACE Group, Wien
  • 3. Platz: Hohensinn Architektur, Graz
  • 1. Ankauf: Stoiser Wallmüller Architekten, Graz/Wien
  • 2. Ankauf: DI Dr.techn. Roland Heyzl, Graz
  • 3. Ankauf: AAPS Atelier für Architektur, Graz
  • 1. Nachrücker: Nussmüller Architekten, Graz
  • 2. Nachrücker: YF Architekten, Wien

Siegerprojekt – Jurybeurteilung
Das geforderte Raumprogramm wird in fünf polygonalen Baublöcken mit von West nach Ost abnehmender Geschoßanzahl untergebracht. Die Schulen sind Teil des Bebauungsmusters und keine städtebaulichen Solitäre.
Die erwähnten Baublöcke definieren wiederum einen im Zuschnitt aus der Orthogonalität ausgedrehten Platz mit großzügiger und räumlich interessanter Verbindung zum Vorplatz der Schule und in weiterer Folge zum Sportbereich im Osten des Quartiers.
Öffnungen innerhalb der Blöcke und die angebotene Höhenstaffelung nehmen den Baublöcken ihre Hermetik und schreiben einen Teil der Geschichte bisheriger, teilweise umgesetzter Bebauungsmuster im Areal auf wohltuend einfache Weise fort.
Die wohnungsbezogenen Nebenräume (Fahrräder, Müll etc.) befinden sich in den Erdgeschoßen der beiden Baublöcke im Norden und Süden des Platzes und werden über Atrien natürlich belichtet und belüftet.
Städtebaulich kann die Baukörperkonfiguration sowohl entlang der Alten Poststraße als auch als platzbildende Kante in hohem Maße überzeugen.
Kritisch in Hinblick auf die Lärmsituation Richtung Osten wird die Mittelgangerschließung der ostseitigen Hofflügel gesehen, weil dadurch reine Ostwohnungen (Richtung Lärmemmitent) entstehen. Die Mittelerschließung im Anschluss an Laubengänge wird auf Grund der Einsichtsproblematik allgemein als negativ empfunden. Abhilfe könnten durchgesteckte Wohnungen mit einem höheren Erschließungsanteil in diesen Bereichen schaffen.
Eine zukünftige Erweiterung der Schulen scheint unproblematisch, ebenso wie eine künftige Erweiterung der Schulen.

Die Jury empfiehlt das Siegerprojekt der weiteren Planung zugrunde zu legen. Dabei sollen die folgenden Aspekte eine besondere Berücksichtigung finden:
Der Entwurf ist unter lärmtechnischen Aspekten weiter zu optimieren. Hierbei wird festgehalten, dass die entwickelte Höhenstaffelung der Bebauung beibehalten werden soll.
Reine Ost-orientierte Wohnungen sind zu vermeiden. Hier wird eine Überarbeitung der Erschließungs- und Grundrisstypen notwendig.
Das Konzept der Höfe stellt eine wesentliche Qualität des Entwurfes dar und ist der weiteren Ausarbeitung zugrunde zu legen.
Das entwickelte Konzept für die Einbindung der Schulen ist der weiteren Planung wie den folgenden Wettbewerben zugrunde zu legen.
Jeder Bauplatz der Wohnbebauung sollte eine eigene Architektursprache erhalten. Dies gilt es bei den folgenden Wettbewerben entsprechend zu thematisieren.
Bezogen auf den nachfolgenden Realisierungswettbewerb Wohnbau empfiehlt die Jury die Zusammenarbeit von Architekturbüro mit FreiraumplanerInnen.

Das siegreiche Projekt bildet die Grundlage für den zu erstellenden Bebauungsplan des westlichen Baufelds sowie für die Realisierungswettbewerbe der Schulen und des Baufelds Mischnutzung (Wohnen, Gewerbe, etc.) sowie das Verkehrskonzept.

Verfasser / in:

Redaktion GAT GrazArchitekturTäglich

Datum:

Di. 27/06/2017

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Infobox

Wettbewerbsergebnis
Quartier 12, Graz-Reininghaus
EU-weit offener, einstufiger, städtebaulicher Ideenwettbewerb

AusloberInnen
BIG – Bereich Schulen
ARE - Austrian Real Estate
Stadtplanungsamt Graz

Das Verfahren hat das Büro Kampits & Gamerith, Graz, gewonnen

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