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Abbruch des Bibliotheks-Anbaus von 1970. Foto: April 2017
©: Emil Gruber

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Bericht
UNI-Bibliothek Graz – frisch umgeblättert

Der ehemalige Eingangsbereich der Bibliothek der Karl Franzens Universität ist Vergangenheit. Seit gut einem Monat ist der Abbruch des Zubaus aus den 1970ern vollendet. Rund 4500 Tonnen Bauschutt wurden entsorgt. Die Jahrzehnte lang versteckte Fassade des historischen Lesesaals von 1890 ist vollständig freigelegt. Aktuell beginnt der Aushub für das zukünftige technische Herz der Bibliothek. Die neue Technikzentrale wird zwischen Lesesaal und Hauptgebäude, unterhalb der neuen Eingangshalle, errichtet.
Laut den Verantwortlichen von BIG und der Universität kann am Zeitplan für den 27 Millionen teuren Umbau der drittgrößten Bibliothek Österreichs durch das Atelier Thomas Pucher festgehalten werden.
Bis zum Ende des heurigen Jahres (2017) wird einmal der Rohbau für die neue Eingangshalle, den Lesesaal und den darauf gesetzten, zweistöckigen Glasquader fertiggestellt werden. Um den straffen Terminplan einzuhalten, wird der Quader in Stahlverbundbauweise erstellt. Diese gewichtsminimierende Variante gewährleistet laut BIG-Geschäftsführer Hans-Peter Weiss zusätzlich eine einfache Ausbildung der Auskragung sowie den erforderlichen Brand- und Schallschutz.
Im nächsten Schritt werden die Fassaden des ursprünglichen Hauptgebäudes renoviert und der Bau großflächig saniert. Im Zuge der Renovierung werden auch hier Brandschutzmaßnahmen auf den aktuellen Stand der Technik gebracht, ebenso Lüftungs-, Heizungs- und Beleuchtungsanlagen vollständig erneuert.
Hans-Peter Weiss rechnet mit dem Abschluss der äußeren Bauarbeiten, zu denen auch die Errichtung des neuen alumni-Hörsaals im Bereich des alten Büchermagazins zählt, mit Ende 2018. „Dann kann mit der Rückübersiedelung der 330.000 Bücher Anfang 2019 begonnen werden“, so Weiss.
„Neben einer Aufwertung des kulturellen Erbes“ schafft der Umbau der Bibliothek für Peter Scherrer, Vizerektor für Forschung und Nachwuchsförderung, „wertvollen Neuraum für den zentralen Wissensspeicher und mehr als 650 Lern- und Arbeitsplätze für WissenschafterInnen und Studierende“.
Rektorin Christa Neuper sieht überhaupt das fertige Objekt, „wegen des neuen, großzügigen Vorplatz als neues Zentrum des Campus der Universität.“
 

Verfasser / in:

Emil Gruber

Datum:

Mo. 03/07/2017

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Kommentare

Der historische Lesesaal

wird ja gottlob beibehalten und nicht - wie ursprünglich geplant - in ein Magazin für die Rara-Sammlung umgestaltet. Dazu etwas beigetragen zu haben, macht stolz. Dass man dem altehrwürdigen Bibliotheksbau nun noch ein Toupet samt Tolle verpasst, hat aber nichts mit der gängigen Präsidentenmode zu tun, sondern ist einfach moderne Architektur. Der freie Raum unter dem Vordach wird sicher ein sehr zugiges Campuszentrum. Zu meinem runden Geburtstag werde ich mich 2019 dort lieber nicht einfinden, ich habe Angst vor Eiszapfen.

Infobox

Universitätsbibliothek Graz – frisch umgeblättert

Emil Gruber zum aktuellen Stand der Umbauarbeiten im Juni 2017 in Text und Bild.

Die Baufortschritte können via Webcam aus drei unterschiedlichen Perspektiven rund um die Uhr auf der Website blog.uni-graz.at (s. Link unten ) verfolgt werden.

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