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Fehlinterpretation und Ignoranz

Interessanterweise fordern immer jene den Weg hin zum Wohnsilo die entweder selbst mit so einer Wohnsituation zufrieden sind oder aber weitab im grünsten Grünen zu Hause sind. Dass hier die Zwangskeule gegenüger den Häuslbauern aufgefahren wird, zeugt nur von der Ignoranz, die Raumordnung/Stadtplanung Wohn- und Lebensbedürfnissen entgegenbringt. Es wird nicht nach den Ursachen gesucht, sondern auf Wirkung gedrängt.

Finanzielle, soziale, gesundheitliche und sonstige Aspekte die Leute dazu bewegen sich in Richtung Einfamilienhaus und ins Grüne zu bewegen bleiben vollkommen unangedacht, denn "man" macht sich ja nur Sorgen um die Raumplanung, d.h. in der Praxis möglichst viele spektakuläre Projekte in den urbanen Raum zu knallen um sich damit ins Rampenlicht zu stellen - leben müssen dann ohnehin die anderen damit, auch wenn es nicht mehr lebenswert ist.

Auch die Causa Reininghaus ist hierbei völlig unausgegoren und es schwant zumindest mir schlimmes, denn Verantwortliche, die schon seit geraumer Zeit die Stadtplanung an die Wand karren, sind nach wie eifrig vor am Werken.

Vom Spagat zwischen Erhalten, Verändern bis hin zum Neugestalten ist man in Graz jedenfalls noch Lichtjahre entfernt, denn man fährt hier vorzugsweise mit der Stadtplanungskeule durch bestehende Stadtstrukturen, zerstört Wohn- und Lebensraum und ist dann total erstaunt, warum es denn noch immer Leute ins Grüne zieht.

Architekten und Stadtplaner machen sich mitsamt den Verantwortlichen lediglich Gedanken um das jeweilige Projekt. Inzwischen geht es in Graz nur mehr darum, dass diverse Betonklötze, Waschbrettblöcke und derzeit aktuell schiefe glasverbrämte Plattenbauten eine "gute" Ansicht bieten, auch wenn es den meisten Betrachtern beim Anblick den Magen umdreht. Wann bequemt man sich eigentlich endlich dazu in Zusammenhängen zu denken, Fragen und Problemstellungen vernetzt zu behandeln, Stadtplanung als Planung für die "Stadt" und ihre Weiterentwicklung, ihr Weiterbestehen und nicht für irgendwelche Projektkörndln im Stadtschotterhaufen als Momentaufnahme zu betrachten?

Stadtplanung ist in Graz zum Instrument der Heuschrecken verkommen und hat mit dem eigentlichen Zweck kaum mehr etwas zu tun! Vor einer Heuschreckeninvasion haben Menschen schon seit Generationen die Flucht angetreten und sei es nur in Richtung Einfamilienhaus.

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