Reply to comment

Wozu sind Bebauungspläne gut?

Wenn man den grimmigen Widerstand der Bewohner eines ganzen Häuserblocks gegen den vorgelegten Bebauungsplan ernst nimmt - und das sollte ja einer Stadtplanung wohl zumutbar sein, dann fragt sich: Was will man eigentlich erreichen? Ich sage bewusst nicht, verbessern, denn damit wäre eine wertsteigernde Neuorganisation gemeint - im Sinne von erhöhter Lebensqualität. Eigentlich will doch nur ein Eigentümer eine Baulücke schließen; das muss geordnet vor sich gehen, klar. Nun soll aber eine teilweise zwar ungeordnet gewachsene, dafür aber höchst lebendige Klein-Zivilisation zerstört werden, die in der großartigen gründerzeitlichen Erfindung der Blockrandbebauung mit ihren grünen Innenhöfen, nicht nur Rückzug, sondern auch lebendiges Miteinander bietet. So verkehrt sich die gute Absicht ins Gegenteil. Die Einwendungen der Bewohner zeigen deutlich auf, dass in der Produkt-Palette der Stadtplanung ein Angebot schmerzlich vermisst wird: das an den Bürger = Städter in seinen menschlich-sozialen Bedürfnissen. Ein Überdenken der gesamten Automatik der Stadtplanung wäre dringend nötig. "Wie wollen wir leben", lautet das Motto des Kulturjahres 2020/21, daran sollte man sich endlich orientieren.

Reply

The content of this field is kept private and will not be shown publicly.

CAPTCHA

This question is for testing whether you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.
Kommentar antworten