Reply to comment

Werter Herr DI. Inninger,

Schön, dass Sie auf meinen Kommentar öffentlich reagieren. Dass Sie mir gleich zu Beginn die Verbreitung eklatanter Unwahrheiten unterstellen, die Sie jedoch nicht nennen, finde ich schade. Hätten Sie diese „angeblichen Unwahrheiten“ wenigstens angeführt, könnte ich jetzt darauf punktuell reagieren. Im Übrigen basiert meine Kritik auf genauer Analyse des Gebietes inklusive Berechnung städtebaulicher Kennzahlen und Studium aller gesetzlichen Rahmenbedingungen.
Ich vertrete hier eine Meinung, die viele andere besorgte Bürger*innen und auch in Sachen Stadtplanung versierte und engagierte Bürger*innen vertreten.

Nun zu Ihrer Entgegnung:
Interessanterweise gehen Sie auf meine detailliert ausgeführte Kritik an der Festlegung von geringeren Gebäude-und Grenzabständen im Bereich des Hochhauses nicht ein. Denn nur damit wird ja diese Bebauung in 2.Reihe überhaupt erst ermöglicht. Hier geht es nämlich nicht um Denkmalschutz, Ortsbildschutz oder um die Altstadterhaltung, die eine Abstandsverringerung erlauben würden. Wieso soll eine für Innenhöfe untypische und dem STEK nicht entsprechende 3-geschossige Verbauung, die viel zu nahe an einer Bausünde aus den 60-er Jahren = Hochhaus stehen soll, etwas mit Ortsbildschutz, Denkmalschutz oder Schutz der Altstadt zu tun haben? Sie gehen auch nicht auf den Widerspruch der Verbauung in 2.Reihe mit den Vorgaben des STEK ein.
Zu Punkt 1:
Es sind nicht fast alle Hofflächen weitgehend versiegelt. Im nördlichen Teil, wo die geordnete Stange in 2. Reihe gebaut werden sollte sind nur ca. 25-30% derzeit versiegelt. 3 Liegenschaften haben tatsächlich einen enormen Versiegelungsgrad. In Summe sprechen wir hier von lediglich ca. 3150 m2, die sehr stark versiegelt sind, bei einer Gesamtfläche von 15.000 m2. Der südliche Teil des Planungsgebietes mit max. Dichte 2,5 ist fast gänzlich versiegelt. Dort treffen Sie leider keine planerischen Maßnahmen zur zukünftigen Entsiegelung und Verbesserung der Situation.
Ihrem Ziel, dass es mit der Umsetzung des Bebauungsplanes zu einer weitgehenden Entsiegelung auf 8 Grundstücken kommen wird, widersprechen folgende Fakten:

- Für diese Verbauung in 2. Reihe müssen Zufahrten und Zugangswege errichtet werden. Bei einigen Grundtücken sind auch Tiefgaragen notwendig. Mit der Errichtung von Tiefgaragen auf sehr schmalen Grundstücken wird fast alles versiegelt, denn es bleibt nahezu kein gewachsener Boden übrig.

- Sie verweisen darauf, dass nur, bei Abbruch der bestehenden Hofgebäude, die 3-geschossige Innenhofverbauung neu errichtet werden darf. Das ist nur leider weder in der Verordnung noch im Erläuterungsbericht festgelegt. Auch die Festlegung der Bebauungsgrade regelt dies nicht.
Da die 2.Reihe nicht zwingend 3-geschossig ausgeführt werden muss, kann auf den Bauplätzen A, B und F neben der Neuverbauung in 2. Reihe auch ein Gutteil der vorhandenen Hofgebäude bei einhalt der Maximaldichten weiterbestehen bleiben.
Der Effekt der von ihnen angestrebten Entsiegelung wird durch den Bebauungsplanentwurf also nicht geregelt. Es wird nur das Bauen in 2.Reihe und damit eine weitere Versiegelung ermöglicht.
Das ist keine eklatante Unwahrheit sondern ein Fakt.
Zu Punkt 2) Nach meinem Planungsverständnis hat der Fläwi nicht den Bestand abzubilden, sondern städtebauliche Zielsetzungen zu ermöglichen. In einem vor allem als allgemeines Wohngebiet genutztem Gebiet sind hohe Dichten, wie man in diesem konkreten Fall sieht, ein Problem.
Zu Punkt 3
Meiner sehr allgemeinen Kritik an nichtbegründeten Dichteüberschreitungen entgegnen Sie damit, dass Sie Dichteüberschreitungen im Bereich der Dachgeschoßausbauten und bei 5 weiteren Grundstücken ermöglichen. Somit habe ich hier ebenfalls keine eklatante Unwahrheit verbreitet.
Zu Punkt 4
Es ist ihre persönliche Meinung, dass diese 2. Zeile sinnvoll sei. Die meisten Grätzelbewohner*innen aber vor allem die direkt Betroffenen sehen das völlig anders. Die glauben daran, dass, wenn es um den Schutz der Innenhöfe geht, diese auch durch den Bebauungsplan geschützt werden. Sie glauben daran, dass die Stadtplanung die Ziele des STEK ernsthaft und engagiert umsetzt. Sie wollen, dass der private und nahezu lärmfreie Charakter des Innenhofes erhalten bleibt. Sie wollen keine neuen Wohnungen inmitten ihres privaten Innenhofes, die eine zusätzliche Lärmquelle darstellen und den Innenhof zu einem öffentlichen Ort machen. Außerdem werden wie in zu Punkt 1erläutert auch keine Brandwände zwangsläufig entfernt. Im Gegenteil erlaubt der Bebauungsplan sogar eine 10 m hohe Brandwand am südlichen Ende dieser neuen Hofverbauung. Und auch das ist ein Fakt und keine Unwahrheit

Reply

The content of this field is kept private and will not be shown publicly.

CAPTCHA

This question is for testing whether you are a human visitor and to prevent automated spam submissions.
Kommentar antworten