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  • Ach mein Graz!

    Ach mein Graz, was tut man dir an / welche Wunden schlägt man dir

    einst Stadt im Grünen, versinkst du jetzt in Beton

    man schlägt deine Bäume, umgräbt dein Grün, frisst an deinen Parks

    man zerstört deine Altstadt mit ihren roten Dächern / fügt den Häusern tiefe Wunden zu

    zerstört deine einst noblen Villen / alles nur aus planloser Gier

    Die Mur dein Fluss ist Gerinne geworden / Zufluss zu einer Energiefabrik

    die Stadt wuchert wie ein Krebsgeschwür nach allen Seiten

    das Innere ist tot, abgestorben, entblößt von Bewohnern / Massenquartiere wachsen an deinen Rändern

    nur aus Bildern und Fotografien kennen wir die alte Stadt / die harmonisch eingefügt in der Landschaft lag

    Unsere Enkelkinder werden in einer anderen Welt leben.

    Mario Mastrototaro

    Autor: Mario Madtrototaro

  • Im letzten Punkt unter "Kostenwahrheit für den Versand" habe ich einige der allgemein gültigen Probleme des Online-Versands aufgelistet. Die sind meiner Meinung nach allerdings nicht in unmittelbarem Zusammenhang, auch dem zeitlichen, mit dem jetzigen Bauansuchen und Bauvorhaben von Amazon in Graz zu lösen. dafür gibt es andere Kompetenz- und Lösungsebenen, die wohl EU-weit zu klären und zu lösen sind. Für dieses konkrete Projekt scheint mir die Lösung, innerstädtisch die Verteilung selbst in die Hand zu nehmen und das mit E-Fahrzeugen, kurz- und mittelfristig die bessere, weil sparsamere. Außerdem glaube ich nicht, dass ein einiger Adressat auf eine Online-Bestellung verzichtet, weil die Lieferung jetzt vielleicht noch nicht "stabil" und immer verlässlich ist. Online-Bestellungen sind unglaublich bequem Tag und Nacht von zu Hause aus zu tätigen.
    Steuerung kann also nur durch eine Kostenwahrheit des Versands geschehen, denke ich, denn wenn das Zurücksenden nicht mehr gratis ist und das ohne Ende, dann überlegen sich die Konsumenten das vielleicht 2x, bevor sie hemmungslos drauflos bestellen. Dann würde sich die Menge der Sattelzüge (zum jetzigen Zeitpunkt wären es 36 in 24 Stunden laut Amazon-Pressestelle) verringern und eben weniger Waren ausgeliefert.
    Außerdem: Das Szenario im Falle einer Ablehnung des Verteilerlagers in Graz habe ich, denke ich, deutlich gemacht.
    Den Protest der Anrainer kann ich nachvollziehen, aber da wäre auch noch anzumerken, dass sich vermutlich doch einige auch dort angesiedelt haben, nachdem der Autobahnzubringer gebaut wurde und der Beschluss, dieses 5.7 ha große Areal als Gewerbegebiet zu widmen, getroffen wurde - vielleicht sogar nach dem Bau des Einkaufszentrums. Während die beklagen, dass ihre Nachtruhe gestört und die Lustgüte reduziert werden wird, erteilt die Stadtplanung für das Brauquartier nach dem "Grazer Modell" eine Baugenehmigung eines Wohnungsbaus, der auf einfachste und primitivste Weise Wohnungen in 2-hüftiger Anlage genehmigt, wo die Hälfte der vorderen Stange NUR zur Triesterstraße hin orientiert ist. 1. Westlage, 2. kein Querlüften möglich 3. Lärm und Luftverschmutzung durch ca. 27.000 Fahrzeuge, die täglich dort vorbeifahren (2008 waren es mehr als 23.000) Nimmt man nur an, dass davon 7 % LKW sind, die mit Diesel fahren und mehr Lärm verursachen, so sind dies in der Stunde 79 LKWs, tagsüber vielleicht etwas mehr, nachts etwas weniger. Tja, da hätten wir protestieren sollen und uns laut gegen so eine Wohnpolitik wehren. Niemand (außer mir) hat nur ein Wort darüber geschrieben, Werle lächelt weiter freundlich, wenn er mich begrüßt und - schau, schon ist der nächste Wohnbau von C&P Immobilien in der Triesterstraße in Bau, sogar genehmigt, obwohl zur Zeit des Wettbewerbsentscheids (und jetzt?) nicht einmal ein öffentliches Taktverkehrsmittel dorthin geführt hat. Einzige Auflage des Wettbewerbs war, dass der Immobilienentwickler auf seine Kosten einen Busshuttle einsetzen muss. Beobachten wir doch diese Entwicklung und engagieren wir uns gegen solche unkorrektheiten, die nicht einmal dem Entwicklungsprogramm der Stadt entsprechen und trotzdem nicht abgelehnt werden.
    Amazon steht so sehr unter Beschuss und unter Beobachtung, dass die von sich aus Anstrengungen unternehmen könnten (Programmatik und Entwicklungspläne existieren, kann man abrufen) Konjunktiv, zum Vorreiter zu werden in Sachen Klimaschutz. Geld wäre ja genug vorhanden.

    Autor: Stadtwanderer

  • Das Hochhaus Lazarettgasse 18 fällt eindeutig darunter. Darüber dürfe, auch bei Fachleuten, Einigkeit herschen.
    Die Ermöglichung einer dreigeschossigen neuen Hofverbauung (Idlhofgasse 83-107) im Jahre 2021 ist absurd und steht im klaren Wiederspruch des Bebauungsplanes-der Entsiegelung und Begrünung der Innenhöfe sowie die Sicherung der Qualität der Innenhöfe.
    Eine derartige Oase (wir sprechen von acht wundervollen, liebevoll gepflegten und stark genützen Gärten, -Kindermanngasse,Idlhofgasse) zerstören zu wollen kann ja hoffentlich nicht das Ziel eines modernen Bebauungsplanes im Jahr 2021 sein!
    Marianne Scherl

    Autor: Scherl Marianne

  • Trifft die hier geführte argumentation nicht auch auf die jetzt zu evaluierenden strassenprojekte zu, glaubt jemand, wenn diese strassen nicht gebaut werden es deshalb weniger verkehr gibt oder umgekehrt die behauptung der kritiker, mehr strasse zieht mehr verkehr an, je leichter und mit kapazität nach oben die verteilung möglich gemacht wird, umso mehr wird eben ausgeliefert. Transport per se ist zu billig – daher dieser verschickwahnsinn. Man muss ja nur das postverteilerzentrum im süden von graz anschauen. Ein verteilzentrum ohne bahnanschluss. Ähnlich doch auch das amazon verteilzentrum – die ware kommt per sattelzug und wird dann vielleicht mit e-mobilität verteilt. Daher sucht man sich ein grundstück dessen gewerbewidmung 20 jahre alt ist, ein eigener autobahnabgang wird überlegt, kommt also noch aus einer zeit wo bahnfahren im politischen entscheidungsprozess noch nicht angekommen war.
    Beim kühlschrank muss ich eine abgabe beim kauf leisten, wahrscheinlich hat diese abgabe keinen kauf eines kühlschrankes, der defekt ist, verhindert. Aber sie ist vielleicht mitentscheidend für einen qualitätskauf. Es gäbe viele möglichkeiten mit endverbraucherkosten steuernd einzugreifen. Man müsste es nur wollen. Dann würde die menge an paketen vielleicht wieder abnehmen und somit der bedarf an verteilerzentren abnehmen. Eingeschossige flächenfresser, dachbegrünt oder nicht, sind grundsätzlich zu hinterfragen, ob jetzt von amazon der post oder sonst wen.
    Es gäbe also viel nachzudenken und nicht jede antwort heißt hallen bau. Im süden von graz gibt es gewerbehallenleerstand, wie wärs damit auch darüber nachzudenken.

    Autor: Feyferlik

  • Sehr guter Kommentar, dem ich inhaltlich voll zustimme. Beim Thema Amazonverteilungslager Graz sitzen leider alle Opositionsparteien im populistischen Boot.

    Autor: Elisabeth Kabelis-Lechner

  • innenhöfe sind tabu, dem ist nichts hinzuzufügen und das ist 200% zu unterstützen.

    Autor: Feyferlik

  • Es könnten sicher noch weitere Argumente gegen den vorliegenden Bebauungsplan ins Treffen geführt werden, aber es gibt einen entscheidenden Grund, ihn abzulehnen: Die Bebauung von Innenhöfen in der Blockrandbebauung muss weiter ausgeschlossen bleiben. Wenn hier einmal ein Präjudiz geschaffen wird, dann ist der Damm gebrochen. Da ja immer weniger Bauflächen in der Stadt zur Verfügung stehen, würden sich die Investoren auf die Innenhöfe stürzen, Einbauten und Tiefgaragen wären d e r Renner. Ähnliches ist der Stadtplanung ja schon in der Wiener Straße "gelungen" (wo hinter der Straßenfront ein mächtiger Riegel ohne ausreichenden Abstand eingezogen werden soll), auch in der Idlhofgasse sind Hofeinbauten ohne genügend Abstand bewilligt bzw. schon gebaut worden - allerdings ist hier ex definitione keine Blockrandbebauung gegeben. Hier - im Geviert des BBPl. 05.30.0 - ist also ganz klar das eindeutige "Stop!" des Stadtentwicklungs-Konzeptes gültig: keine Verbauung im Innenhof! Der vorgelegte Plan muss also neu gemacht werden. Und last but not least: Bevor die Stadtregierung nach dem 26. September 2021 nicht die Parameter der nun von allen Parteien angestrebten Baubremse erarbeitet hat, müssten a l l e Bebauungspläne sistiert werden. Graz braucht dringend eine Atempause und die Stadt muss neue Planungsgrundsätze erarbeiten, die endlich auch die unaufschiebbaren Erfordernisse des Klimaschutzes und der Lebensqualität ihrer Bewohner berücksichtigen!

    Autor: Laukhardt

  • Schön, dass Sie auf meinen Kommentar öffentlich reagieren. Dass Sie mir gleich zu Beginn die Verbreitung eklatanter Unwahrheiten unterstellen, die Sie jedoch nicht nennen, finde ich schade. Hätten Sie diese „angeblichen Unwahrheiten“ wenigstens angeführt, könnte ich jetzt darauf punktuell reagieren. Im Übrigen basiert meine Kritik auf genauer Analyse des Gebietes inklusive Berechnung städtebaulicher Kennzahlen und Studium aller gesetzlichen Rahmenbedingungen.
    Ich vertrete hier eine Meinung, die viele andere besorgte Bürger*innen und auch in Sachen Stadtplanung versierte und engagierte Bürger*innen vertreten.

    Nun zu Ihrer Entgegnung:
    Interessanterweise gehen Sie auf meine detailliert ausgeführte Kritik an der Festlegung von geringeren Gebäude-und Grenzabständen im Bereich des Hochhauses nicht ein. Denn nur damit wird ja diese Bebauung in 2.Reihe überhaupt erst ermöglicht. Hier geht es nämlich nicht um Denkmalschutz, Ortsbildschutz oder um die Altstadterhaltung, die eine Abstandsverringerung erlauben würden. Wieso soll eine für Innenhöfe untypische und dem STEK nicht entsprechende 3-geschossige Verbauung, die viel zu nahe an einer Bausünde aus den 60-er Jahren = Hochhaus stehen soll, etwas mit Ortsbildschutz, Denkmalschutz oder Schutz der Altstadt zu tun haben? Sie gehen auch nicht auf den Widerspruch der Verbauung in 2.Reihe mit den Vorgaben des STEK ein.
    Zu Punkt 1:
    Es sind nicht fast alle Hofflächen weitgehend versiegelt. Im nördlichen Teil, wo die geordnete Stange in 2. Reihe gebaut werden sollte sind nur ca. 25-30% derzeit versiegelt. 3 Liegenschaften haben tatsächlich einen enormen Versiegelungsgrad. In Summe sprechen wir hier von lediglich ca. 3150 m2, die sehr stark versiegelt sind, bei einer Gesamtfläche von 15.000 m2. Der südliche Teil des Planungsgebietes mit max. Dichte 2,5 ist fast gänzlich versiegelt. Dort treffen Sie leider keine planerischen Maßnahmen zur zukünftigen Entsiegelung und Verbesserung der Situation.
    Ihrem Ziel, dass es mit der Umsetzung des Bebauungsplanes zu einer weitgehenden Entsiegelung auf 8 Grundstücken kommen wird, widersprechen folgende Fakten:

    - Für diese Verbauung in 2. Reihe müssen Zufahrten und Zugangswege errichtet werden. Bei einigen Grundtücken sind auch Tiefgaragen notwendig. Mit der Errichtung von Tiefgaragen auf sehr schmalen Grundstücken wird fast alles versiegelt, denn es bleibt nahezu kein gewachsener Boden übrig.

    - Sie verweisen darauf, dass nur, bei Abbruch der bestehenden Hofgebäude, die 3-geschossige Innenhofverbauung neu errichtet werden darf. Das ist nur leider weder in der Verordnung noch im Erläuterungsbericht festgelegt. Auch die Festlegung der Bebauungsgrade regelt dies nicht.
    Da die 2.Reihe nicht zwingend 3-geschossig ausgeführt werden muss, kann auf den Bauplätzen A, B und F neben der Neuverbauung in 2. Reihe auch ein Gutteil der vorhandenen Hofgebäude bei einhalt der Maximaldichten weiterbestehen bleiben.
    Der Effekt der von ihnen angestrebten Entsiegelung wird durch den Bebauungsplanentwurf also nicht geregelt. Es wird nur das Bauen in 2.Reihe und damit eine weitere Versiegelung ermöglicht.
    Das ist keine eklatante Unwahrheit sondern ein Fakt.
    Zu Punkt 2) Nach meinem Planungsverständnis hat der Fläwi nicht den Bestand abzubilden, sondern städtebauliche Zielsetzungen zu ermöglichen. In einem vor allem als allgemeines Wohngebiet genutztem Gebiet sind hohe Dichten, wie man in diesem konkreten Fall sieht, ein Problem.
    Zu Punkt 3
    Meiner sehr allgemeinen Kritik an nichtbegründeten Dichteüberschreitungen entgegnen Sie damit, dass Sie Dichteüberschreitungen im Bereich der Dachgeschoßausbauten und bei 5 weiteren Grundstücken ermöglichen. Somit habe ich hier ebenfalls keine eklatante Unwahrheit verbreitet.
    Zu Punkt 4
    Es ist ihre persönliche Meinung, dass diese 2. Zeile sinnvoll sei. Die meisten Grätzelbewohner*innen aber vor allem die direkt Betroffenen sehen das völlig anders. Die glauben daran, dass, wenn es um den Schutz der Innenhöfe geht, diese auch durch den Bebauungsplan geschützt werden. Sie glauben daran, dass die Stadtplanung die Ziele des STEK ernsthaft und engagiert umsetzt. Sie wollen, dass der private und nahezu lärmfreie Charakter des Innenhofes erhalten bleibt. Sie wollen keine neuen Wohnungen inmitten ihres privaten Innenhofes, die eine zusätzliche Lärmquelle darstellen und den Innenhof zu einem öffentlichen Ort machen. Außerdem werden wie in zu Punkt 1erläutert auch keine Brandwände zwangsläufig entfernt. Im Gegenteil erlaubt der Bebauungsplan sogar eine 10 m hohe Brandwand am südlichen Ende dieser neuen Hofverbauung. Und auch das ist ein Fakt und keine Unwahrheit

    Autor: Elisabeth Kabelis-Lechner

  • Sehr selten bringe ich mich in diesem Forum ein. Im Text von Elisabeth Kabelis-Lechner stecken aber u.a. so viele eklatante Unwahrheiten, dass ich nicht umhin kann, ein paar Fakten anzumerken:

    1.) Im Bestand zeigen sich fast alle Hofflächen weitgehend versiegelt bzw. bebaut. Nur 8 Liegenschaften im gesamten Planungsgebiet haben einen gut begrünten Garten. Mit der allmählichen Umsetzung des Bebauungsplans wird es auf weiteren 8 Liegenschaften zu einer erheblichen Entsiegelung kommen, auf allen anderen zu keiner Veränderung bzw. einer ähnlichen Bilanz.

    2.) Die grundstücksbezogenen Bebauungsdichten liegen im Bestand zwischen 0,3 und 4,7; blockweise berechnet für den Nordteil knapp unter 2,0 und für den Südteil deutlich über 2,5. Die Dichten des Flächenwidmungsplans orientieren sich also am Bestand.

    3.) Abgesehen von Dachraumausbauten ermöglicht der Bebauungsplan nur bei 5 Liegenschaften eine Dichteüberschreitung; diese entsprechen in Summe einer BGF von rund 870m2. Die BGF im Planungsgebiet beträgt insgesamt weit über 50.000m2 …

    4.) Die kritisierte „zweite Zeile“ (Liegenschaften Idlhofgasse 83-107) ist sinnvoll! Ihre Errichtung ist nur bei Abbruch der bestehenden Hofbebauungen zulässig, damit entsteht mehr Grün und verschwinden die Brandwände an den Grenzen zu den Nachbargärten. Von Dichtemaximierung kann keine Rede sein, die Dichte auf diesen Liegenschaften liegt nach Vollausbau bei ca. 1,6.

    Bernhard Inninger,
    Stadtplanung Graz

    Autor: Bernhard Inninger

  • Schlimm genug, dass die Stadt Graz mit dem Bebauungsplanentwurf 05.39.0 einmal mehr den Weg für Innenhofeinbauten ebnen will, die nur über die üblichen Investorenpraktiken (aggressives Aufkaufen und Abriss von Altbestand) überhaupt umsetzbar sind. Schlimm genug, wie die Stadt einmal mehr ihren eigenen Zielvorgaben und Verordnungen zum Schutz von Innenhöfen, deren Grünbestands oder des charakteristischen Stadtbilds sogar in einer Altstadtschutzzone zuwiderhandelt. Schlimm genug, wie unser durch zwei Hochhäuser hochverdichtetes Viertel an seinen Rändern auf Teufel komm raus weiter aufgestockt und zugebaut werden soll. Was die Stadt nun jedoch mit dem dreistöckigen Wohnblockriegel quer durch unsere Gartenlandschaft zwischen Idlhofgasse, Kindermanngasse und Josef-Huber-Gasse plant, zielt auf die unwiederbringliche Zerstörung eines gewachsenen Ensembles ökologischer, kultureller und sozialer Diversität mitten in Graz.
    Während in der Bürgerinformationsveranstaltung am 22. Juni wortreich „mehr Grün“ versprochen wurde, will man der so genannten „geordneten Stange“ samt Tiefgaragen nicht nur uralten Baumbestand opfern, sondern auch ein artenreiches Wildtierbiotop, zusammen mit Licht und Luft für die menschlichen Bewohner. Wenn zudem auch in der Kleinen Zeitung das „Herausbringen“ der bestehenden niedrigen Hofgemäuer forciert wird, verschweigt man, dass diese nicht nur Fledermäuse und Vögel beherbergen: Mit dem im Bebauungsplanentwurf fixierten ‚Idealzustand‘ setzt die Stadt bewusst auf die Vertreibung des Kunstvereins Roter Keil, einem Aktivposten der Grazer Kulturszene, aus seinen Ateliers und Veranstaltungsräumen in der Idlhofgasse. Ebenso rücksichtslos überplant werden der Gemeinschaftsgarten und die wunderschöne Loggia des Gottes- und Gemeindehauses, das die Grazer Baptisten mit weiteren Religionsgemeinschaften teilen. Vorausgesetzt werden weiters der Abzug des Islamischen Kulturzentrums in der Josef-Huber-Gasse, ganz zu schweigen vom Abriss diverser Gewerbe- und Nutzgebäude zwischen liebevoll gepflegten Gärten und begrünten Wänden: Verschwinden soll genau das, was die lt. Flächennutzungsplan anzustrebende Misch- und Kerngebietsnutzung ausmacht. Damit wird ein lebendiges nachbarschaftliches Miteinander migrantischer und nicht-migrantischer BewohnerInnen, verschiedener religiöser Gruppen, von Jung und Alt, handwerklichem Kleingewerbe, Kunst und Kultur ausgelöscht, das doch nicht nur guter Grazer Vorstadttradition entspricht, sondern überlebenswichtig für eine moderne Stadtgesellschaft mit ihren sozialen Problemlagen ist. Auf meine Fragen nach diesen Wertigkeiten und gewachsenen Qualitäten hieß es auf der Info-Veranstaltung, dass das, was für manche „charmant“ sei, doch keineswegs „dem Blick des Experten“ standhalten könne.
    Über solche Arroganz staunt die betroffene Anwohnerin, die Stadt- und Kulturanthropologin wundert sich … längst nicht mehr. Denn was der vorliegende Bebauungsplanentwurf in seiner Absurdität auf die Spitze treibt, ist in Gries und Lend auf erschütternde Weise Programm: Man denke nur an die jüngsten Abrisse teils mehrhundertjähriger Altstadthäuser entlang der Karlauerstraße, denen noch mehr Wohnblöcke in uniformer Billigarchitektur folgen werden. Weitere tiefe Eingriffe stehen in der Lazarettgasse und Idlhofgasse bevor. Kommende Generationen werden kein Bild mehr davon haben, wie vorstädtische Grazer Baukultur einmal ausgesehen hat. Und: In gesichtslosen Wohn-Monokulturen gedeiht kein Wildwuchs, hier können keine Ideen und Initiativen wachsen. Wer trägt die Schäden für Natur und Mensch?
    (Unveröffentlichter Leserbrief zum Artikel „Anrainer-Ärger über Hof-Verbauung“, Kleine Zeitung, 25.7.2021)

    Autor: Katharina Eisch-Angus

  • Wenn man den grimmigen Widerstand der Bewohner eines ganzen Häuserblocks gegen den vorgelegten Bebauungsplan ernst nimmt - und das sollte ja einer Stadtplanung wohl zumutbar sein, dann fragt sich: Was will man eigentlich erreichen? Ich sage bewusst nicht, verbessern, denn damit wäre eine wertsteigernde Neuorganisation gemeint - im Sinne von erhöhter Lebensqualität. Eigentlich will doch nur ein Eigentümer eine Baulücke schließen; das muss geordnet vor sich gehen, klar. Nun soll aber eine teilweise zwar ungeordnet gewachsene, dafür aber höchst lebendige Klein-Zivilisation zerstört werden, die in der großartigen gründerzeitlichen Erfindung der Blockrandbebauung mit ihren grünen Innenhöfen, nicht nur Rückzug, sondern auch lebendiges Miteinander bietet. So verkehrt sich die gute Absicht ins Gegenteil. Die Einwendungen der Bewohner zeigen deutlich auf, dass in der Produkt-Palette der Stadtplanung ein Angebot schmerzlich vermisst wird: das an den Bürger = Städter in seinen menschlich-sozialen Bedürfnissen. Ein Überdenken der gesamten Automatik der Stadtplanung wäre dringend nötig. "Wie wollen wir leben", lautet das Motto des Kulturjahres 2020/21, daran sollte man sich endlich orientieren.

    Autor: Laukhardt

  • Einfach kein Genierer mehr. Keine Rücksicht mehr auf Nichts. Und kein Ende in Sicht - wann wird endlich Schluss sein mit der Betoniererei?

    Autor: Anonymous 64

  • ...wenn ich das lese und wann immer ich an dich denke, zaubert mir die Erinnerung an dich, zauberst du mir von da oder irgendwo aus ein Schmunzeln ins Gesicht. Danke!

    Autor: Michaela Wambacher

  • Sehr schön aber der "Hauptplatz" dieser Kleinstadt ist halt nicht mit einem starkfrequentierten Platz in einer Großstadt wie Graz vergleichbar.
    Mit EU MItteln ist es in Polen aber auch leicht hochwertige Plätze zu schaffen und ich hoffe sowieso Polen und Ungarn werden bald aus der EU geschmissen.
    PS: Gehen sie lieber nicht mit einer Gay Pride Flagge durch die Straßen von polnischen Kleinstädten und Dörfer wenn sie Graz lebend wiedersehen wollen...

    Autor: Anonymous

  • Lieber Emil,

    wenn Du ab und an bei uns vorbeischaust, als Biene oder andres Wesen, gib uns einen kleinen Wink, damit wir uns daran erinnern, Dein Wirken fortzusetzen – als engagierte, aufmerksame und reflektierte BegleiterInnen der Gegenwart.

    Autor: Fabian Wallmüller

  • Da wurde ja wirklich etwas geändert oder nachgebessert, wie Frau Tschavgova schreibt. Auch der von der Bäckerei Auer eingerichtete Gastgarten tragt dazu bei, dass es jetzt doch als Zentrum wahrgenommen wird. Nur (2 Fragen)? Warum wurden die Parkplätze in der Reihe vor den Geschäften nicht weggelassen, die jetzt immer noch aussen vor den Balkonen der Bewohner existieren, obwohl die kostenlose, kühle Garage, keine 10 m weiter, meist mindestens halbleer ist. Zwei Behindertenparkplätze hätten gereicht und der Rest hätte der Grünfläche zugute kommen können. Und 2. Was soll der hässliche Radständer, der nachträglich vor den Eingang zu Sparmarkt irgendwie im Innenhof abgestellt wurde und den freien Durchgang verstellt?

    Autor: anonym

  • Eine gammelte noch, rostig und nur irgendwie an eine Fassade gelehnt, beim Lagerplatz in Graz St.Peter, bei der Sammelstelle Neufeldweg/ Maggstraße herum, als ich dort anlässlich der Grünschnittaktion 2021 Ende April meinen Strauchschnitt abgeben konnte (übrigens: eine Superaktion/ein Superservice der Stadt Graz) Ist die dabei?

    Autor: Tschavgova

  • das resümee dieses sehr zutreffenden kommentars kann man auf viele grazer gebiete anwenden. st. peter wurde zugebaut und wird weiter sinnlos nachverdichtet, dasselbe passiert in der lendgegend, in andtirtz oder mariatrost. man hat das gefühl, dass es keine funktionerende stadtplanung in graz gibt. vielleicht sollten grazer für die kommende gemeinderatswahl .daran dernken, dass der herr bürgermeister nagl dafür zuständigs ist. versiegelung zubetoniererei etc...
    es wird zeit für einen echten wechsel, warum nicht einmal ein gründe planungsreferentin?

    Autor: anonym

  • Ehrenzeichen des Landes Steiermark für Wissenschaft, Forschung und Kunst: FLOR Olga Mag. 8010Graz. Olga Flor hatteimmer schon Freude am Umgang mit Sprache, daran, mit Worten zu gestalten. Aufgewachsen ist die Literatin in Wien, Köln und Graz. Nach Absolvierung der Matura am Akademischen Gymnasium in Graz studierte sie Physik und Kunstwissenschaften, schloss das Studium mit dem Magistra-Grad ab und arbeitete anschließend im Multimedia-Bereich. Ihr erster Roman „Erlkönig“ erschien 2002. Seit 2004 arbeitet sie als freie Schriftstellerin und veröffentlichte Romane, Kurzprosa sowie Publikationen in Tageszeitungen und Zeitschriften. Ihr Roman „Die Königin ist tot“ – eine Macbeth-Neuerzählung – wurde 2020 in Wiener Neustadt, umgearbeitet in ein Theaterstück, uraufgeführt. In ihren Texten scheut Olga Flor kein Risiko. Familien-, Paarbeziehungen, Heldenkult, soziale Medien, ökonomische Ungleichheiten sowie vieles andere von dem, was unser heutiges gesellschaftliches Umfeld mitprägt, wird bei Olga Flor analysiert und lesbar gemacht. Mit Ironie, Komik und Subversion geht sie an ihre Themen heran. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen zeigen die Wertschätzung, die ihrem Werk entgegengen-gebracht wird. Vom Österreichischen Staats-stipendium für Literatur über die Nominierung für den Deutschen Buchpreis 2008 bis zum Preis als herausragende Künstlerin des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur und den Franz Nabl-Preis der Stadt Graz reichen die verdienten Ehrungen für diese besondere Künstlerin. KADA Klaus Architekt Univ.-Prof. Dipl.-Ing. 8010 Graz. Klaus Kada ist einer jener Architekten, die Zeit ihres Lebens keiner Schwierigkeit aus dem Weg gegangen sind und die aus dem manchmal geradezu gesuchtenKonflikt Anregung und kreativen Antrieb gezogen und stets Haltung bewiesen haben. Alt und Neu hat Architekt Klaus Kada nie als Widerspruch gesehen. In der Verbindung alter Substanz mit neuer Idee hat er oft jene Herausforderung gefunden, in der er zeigen konnte, wie gut er als Architekt ist. Stets stellte er hohe Anforderungen an sich und seine Architektur. Geboren wurde Klaus Kada in Leibnitz. Er studierte an der TU Graz Architektur und unterhielt zunächst ein Büro ebendort. Mittlerweile führt er auch Architekturbüros in Graz und Aachen. Sein Zugang zur Architektur wurzelt ohne Zweifel in der klassischen Moderne. Sein erster gedanklicher Ansatz war, dass Architektur nur über die Gesellschaft entstehen könne. Daraus hat er Wohnbauprojekte mit Partizipation entwickelt. In den ersten Jahren seiner Arbeit als Architekt sah er sich mit einer damals noch vorhandenen „repressiven Politik“ konfrontiert, worauf er seine Suche nach einem Dialog zwischen Architektur und Gesellschaft gründete. „Basisdemokratie, Ablehnung der Gesellschaft und repressiven Politik, all das waren Versuche, es anders zu machen“, sagte er einmal im Gespräch. Beeindruckend ist das Werk Klaus Kadas nicht nur in seinem Umfang, mittlerweile umfasst es rund 120 realisierte große Projekte. Auch dieherausragende Qualität seines architektonischen Schaffens imponiert und fasziniert. Die Stadthalle in Graz, das Festspielhaus in St. Pölten, der neue Salzburger Hauptbahnhof, das Institut für Pflanzenphysiologie an der Universität Graz, zahlreiche Privathäuser, Wohnbauten, Industrie-und Bürogebäude zählen zu seinem ebenso umfangreichen wie bestechenden Werk.
    KURY Astrid DANKESWORTE Dr. 8045 Graz-Andritz. Seit 1987 gehen von der Akademie Graz wichtige Impulse für das gesellschaftspolitische und kulturelle Leben in Graz und der Steiermark aus. „Kunst öffnet Türen, wo sie keiner sieht“, hat Peter Weibel gesagt. Ein Erschließen von Sichtweisen ausvielfältigen Perspektiven hilft, Möglichkeitsräume zu öffnen. Diese Qualität von Kunst ist ein tragendes Element der Vermittlungsarbeit in aktuellen gesellschaftspolitischen Fragen durch die Akademie Graz. In wechselnden Arbeitsbeziehungen mit Museen, Universitäten, Theatern, Kunst-und Sozialvereinen entwickelt die Akademie Graz ihr interdisziplinäres Forschungsprogramm. Seit 2005 ist Astrid Kury Geschäftsführerin und seit 2006 Präsidentin dieser verdienstvollen Organisation. Geboren in Schladming, studierte sie Rechtswissenschaften und Kunstgeschichte in Wien und Graz und promovierte Ende der 90er-Jahre in Kunstgeschichte. Offenheit für Vielfalt und der europäische Fokus seien ihre Hauptanliegen, sagte sie einmal. Minderheitenpolitik, Sprachenpolitik, Inklusion und kulturelle Teilhabe von Menschen mit Behinderung, Armutsbekämpfung und die Frage, wie eine gerechte Gesellschaft aussehen könnte, zählen zu Kernbereichen der Arbeit der Akademie Graz unter Astrid Kurys Leitung. Mehr Lebensqualität für alle ist ein Anliegen, das im Zentrum der bildenden Arbeit von Frau Kury steht. Ohne den Blick aufs große Ganze zu verlieren Brücken zu bauen, in stetigem Austausch und vielseitiger Kommunikation, wird in der Akademie Graz kulturelle Arbeit geleistet. Fachwissen soll publikumswirksam aufbereitet werden, um ein offenes Diskussionsklima zu befördern. Dabei ist die Kunst für Frau Kury „ein äußerst wertvolles Element gesellschaftlicher Reflexion und Bewusstseinsbildung“. Astrid Kury ist gewissermaßen neben-oder wohl vielmehr hauptbei Mitglied in diversen Kuratorien, Vorständen und Jurys, hat viele wissenschaftliche Abhandlungen veröffentlicht und die Akademie Graz auch immer wieder durch schwere, manchmal förderungsbedingte Turbulenzen zu steuern verstanden.

    Autor: Anonymous
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