Recent comments


  • Günter Koberg hat sehr recht in seinem Kommentar. Wehret den Anfangen.
    Ein sehr verharmlosender und verdrehender Kommetar des Herrn Dr. Brugger sollte einen lauten Aufschrei hervorrufen.
    Es ist äußerst bedneklich "5 jahre NS-Regime(es waren mehr) mit 50 jahren friedlicher nutzung aufzurechnen. In dem laut Herrn Brugger kurzen NS-REgime passierte der 2. weltkrieg und der holocaust. Und insofern ist die NS zeit das dominierende elementbei der betrachtung der halle. architekt und NS- Zeit soll angeblich nichts miteinander zu tun haben. Was war den mit dem herrn architekten speer, bauten und kriegsminister? der hat wohl auch nichts damit zu tun, sowie alle die von nichts gewusst haben. es geht darum in jeder zeit Zivilcourage zu zeigen, das heißt man sollte nicht bei jedem wettbewerb mitmachen und handlanger eines regimes zu werden. oder würde herr kahlert heute für Mugabe bauen?
    Noch mal zu Herrn Brugger:
    ja es ist realisitsch, dass Zotter & co die wahre menschenverachtende, kriegstreiberische und rassistische gesinnung der auftraggeber erkennen hätten müssen.immerhin wurde die grazer synagoge bereits 1938 von nazis niedergebrannt. man nimmt doch an, dass das irgendwie zudenken gibt.
    un nun zur neucodierunng. der zweck war eine versammlngshalle beauftragt von nazis, eine halle für großveranstaltungen der nazis mit ihrem kultur und sportverständnis das ist der unterschied zu der so gerne harmlos dargestellten mehrzweckfunktion der halle. und deshalb ist der satz von brugger, dass zwischen eventkultur und nazivolksbelustigungen seiner meinung nach nicht viel unterschied besteht, eine interessante gleichsetzung.
    jeder zeit ihre zeichen.

    Autor: Elisabeth lechner

  • Am Tag nach der Nationalratswahl in Österreich macht es für mich doch noch Sinn auf die mehr oder weniger differezierte Argumentation zur unkommentierten Wiedererichtung der ursprünglich 1939 erbauten Holzhalle am Grazer Messegelände Stellung zu beziehen. Denn es gibt meines Erachtens eine Beziehung zwischen den beiden Dingen. Das Ergebnis der Wahl beweist einmal mehr, wie unkritisch und salopp, ja wie "gesellschaftsfähig" der Umgang mit rechtem Gedankengut in diesem Land (immer noch)ist. Gewonnen wird mit Hetztiraden in Festzelten und im Bierdunst die das äußerst rechte Spektrum ansprechen. Mitgetragen - wenn nicht vorbereitet - wird diese dumpfe Geisteshaltung jedoch auch gerade von all jenen Intellektuellen, die es nicht schaffen eine klare Haltung zu Nationalismen, zu faschistischer Geisteshaltung, zu Ausländerhetze und ähnlichen Themen zu beziehen.
    Gerade der Denkmalschutz müßte doch in seinem interdisziplinären Ansatz neben dem Erhalten von "technischen Leistungen und handwerklicher Qualität" auch fähig sein die kulturhistorische Kompononte mitzudenken, darüber zu schreiben und zu reden.
    Das reflexartige "Verkrümmen, Hackenschlagen und bedenklich Argumentieren", das immer dann ausbricht, wenn historische Bearbeitung der jüngeren Zeitgeschichte nicht sorgfältig erfolgte, bringt unser Österreich genau dorthin, wo es seit gestern wieder so sichtbar ausgestellt wird: im äußersten rechten Rand des politischen Spektrums. Die Aufforderung "Wehret den Anfängen", die den älteren LeserInnen unter uns noch in Erinnerung sein dürfte, wurde und wird leider nicht wirklich gelebt.

    Autor: Günter Koberg

  • Ich finde die Argumentation Dr. Bruggers wesentlich nachvollziehbarer und vernünftiger als die von Frau Senarclens de Grancy. Der Theorie, dass die Schlechtigkeit der Auftraggeber oder gar der Zeit auf ein Bauwerk irgendwie "abfärbt" und damit sogar rein technische, konstruktve Aspekte entwertet werden, kann ich nichts abgewinnen. Carlo Gesualdo hat seine Frau ermordet und zerstückelt und er hat wunderbare Musik komponiert. Darf ich seine genialen Madrigale nicht geniessen, weil ihr Urheber ein Mörder war? Müssen wir die interessante Holzkonstruktion dieser Halle verbrennen, weil ihre Auftraggeber oder Nutzer Mörder waren? Diese Geisteshaltung würde mir selbst totalitär vorkommen. Natürlich ist der Entstehungszusammenhang wichtig und auch zu dokumentieren, aber er ist nur ein Aspekt und beileibe nicht immer der bedeutendste eines Werkes.

    Autor: Matthias Kahlert

  • beim Lesen dieses Kommentares. Noch mehr Verkrümmungen, Hackenschläge,und teilweise äußerst bedenkliche Argumentationen und Denkansätze gibt es wohl schon fast nicht mehr.

    Autor: winfrid sallinger

  • Wir stehen vor einer interessanten Situation. Eine technologisch hoch stehende und für ihre Entstehungszeit einzigartige Konstruktion, die heute noch unter Fachleuten Bewunderung und Respekt erfährt, ist unglücklicher Weise für sie zu einer Zeit und durch Auftraggeber entstanden, die als Repräsentanten eines menschenverachtenden totalitären Regimes zu bezeichnen sind. Und auch die Rollen der Planer und Erbauer sind scheinbar nicht ganz unbelastet. Problematisch, problematisch.
    Doch, ändert das etwas an der technischen Leistung oder handwerklichen Qualität? Sind die Hölzer und Schrauben ideologisch von rechtem Gedankengut durchsetzt und tragen nationalsozialistische Parolen in sich, die sie bei diversen Aufmärschen oder Totengedenkfeiern ‚gehört’ haben?
    Wohl kaum, per se sind sie neutrale Elemente, die genau so dokumentarisch über historische Bautechniken, Raum - und Funktionslösungen berichten wie Schlösser, Kirchen oder soziale Wohnbauten. Jedes Denkmal eben auf seine Art.
    Lassen wir die Polemik zur Seite, natürlich sind die materiellen Bestandteile der Halle auch stumme Zeugen der Geschehnisse in ihr, und es ist schon richtig und auch wichtig, in die Gesamtbetrachtung der Halle ihre problematische Vergangenheit mit einzubinden. Aber nur als einen Teilaspekt, nicht als das dominierende Element, denn das ist die NS-Zeit einfach nicht, fünf Jahren NS-Regime stehen mehr als fünf Jahrzehnte friedlicher Nutzung, einer nur bedingt an das Gebäude gebundenen negativen Nutzung – Kundgebungen haben vielerorts statt gefunden - eine anerkannt hochwertige Bautechnik gegenüber.
    Und ist die Frage, ob die Halle „unbedenklich“ als Mehrzweckhalle errichtet wurde, so ohne weiteres abschätzig zu beantworten, oder ist es nicht eher die Interpretation der späteren Generation, die aus dem Wissen um die weitere Entwicklung mehr Negatives in die Halle packt als im Entwurf gedacht war? Ist es wirklich realistisch, dass Zotter und Co. 1939 schon den Totalitarismus und die mörderische Menschenverachtung ihrer Auftraggeber erkannt haben? Wohl nicht, die als verharmlosend eingestufte „Mehrzweckhalle“ war wohl wirklich als eine solche gedacht.
    Dies soll jetzt keineswegs die NS-Vergangenheit verniedlichen, nur versuchen, den Blickwinkel etwas zu korrigieren. Denn grundsätzlich reduziert eine seriöse Auseinandersetzung mit der Geschichte eines Objektes seine Bedeutung nicht auf Teilbereiche, sondern versucht, alle Aspekte zu beleuchten.
    Natürlich ist jedes Bauwerk im Zusammenhang mit seiner Geschichte zu betrachten, es transportiert positive, bisweilen aber auch negative Inhalte, und warum sollten nicht beide Aspekte in ein und demselben Gebäude verankert sein?
    Kein Denkmalpfleger würde sich daher dagegen aussprechen, die Halle mit einer entsprechenden Information über ihre bisherige Geschichte auszustatten. Eine seriöse Darstellung, die versucht, der Geschichte umfassend gerecht zu werden, kann nur als Bereicherung angesehen werden. Eine Fokussierung allein auf nationalsozialistische, objektiv betrachtet gar nicht von der Architektur abhängige Geschehnisse in der Halle (die hätten auch in jeder anderen Konstruktion oder im Freien stattfinden können) würde aber zu kurz zielen und der Bedeutung der Halle in keiner Weise gerecht werden.
    Soweit einverstanden mit der Forderung nach einer Gesamtdarstellung und Sicht der Halle nicht nur aus dem technischen Blickwinkel. Nicht einverstanden jedoch mit der tendenziösen Art der Darstellung hinsichtlich Diskussion über die Erhaltung der Halle. Hätte bei der Diskussion über die notwendige Erhaltung der Halle ihre ursprüngliche Funktion, ihre Nutzung auch als Ort für Kundgebungen eines menschenverachtenden totalitären Systems gegen die bautechnische Qualität hochgerechnet werden sollen, hätte das die Erhaltungswürdigkeit geschmälert? Eine verwegene Annahme. Vielmehr hätte der historische Aspekt die Forderung nach Erhaltung als geschichtliches Dokument nur noch verstärkt. Schließlich gibt es auch Mahnmale wie beispielsweise den ebenfalls unter Denkmalschutz stehenden NS-Erschießungsplatz am Feliferhof, der ausschließlich die dunklen Seiten der Vergangenheit beleuchtet weil es dabei nichts Positives gibt.
    Ideal wäre naturgemäß die vollständige Erhaltung gewesen. Das Bundesdenkmalamt hat sich dafür auch eingesetzt. Doch wirtschaftliche, räumliche und funktionelle Erfordernisse, die hier nicht weiter ausgeführt werden können, haben zur Lösung mit der Reduktion geführt. Mag die Raumwirkung nicht mehr ganz so eindrucksvoll erlebbar sein (wenn man in der Halle steht ist sie trotzdem noch sehr beachtlich), die holzbautechnischen Lösungen, die um nichts weniger bedeutend sind, können immer noch – ja gegenüber den letzten Jahrzehnten hinter Verkleidungen sogar wesentlich besser – abgelesen werden. Immer noch besser ein reduziertes Monument der Vergangenheit als gar keines. Ein altes Los der Denkmalpflege, kaum ein Denkmal befindet sich in seinem ursprünglichen Erbauungszustand, immer wieder wurden Bauwerke adaptiert, erweitert oder der jeweiligen Epoche angepasst. Manchmal zum Nachteil, manchmal auch zum Vorteil, verändert aber allemal und immer noch Denkmale mit ihrer Geschichte.
    Und was die Neu-Kodierung betrifft. Ist der Unterschied zur überwiegenden früheren Verwendung tatsächlich so groß wie behauptet? Wie im Unterschutzstellungsgutachten so schön formuliert, sollte „das Gebäude nicht nur die Funktion als Versammlungshalle erfüllen, sondern war ursprünglich auch zu Ausstellungszwecken für den Grazer Messebetrieb, für Großkonzerte, Filmvorführungen und sportliche Wettkämpfe vorgesehen.“ Jeder Zeit ihre Zeichen, heute ist eben die „Event-Kultur“ an die Stelle früherer Veranstaltungen und Volksbelustigungen getreten, so groß ist der Unterschied also gar nicht. Und volksverhetzende Reden, wie sie in den „Massenveranstaltungen“ gehalten worden sind, wollen wir uns in der ‚neuen’ Halle lieber nicht mehr vorstellen… dann lieber „gemütliche Oktoberfestatmosphäre“.

    Autor: HR Dr. Christian Brugger, Landeskonservator BDA Stmk.

  • .... als die des Herrn w.
    hier geht es nicht um 2/3 oder 3/5 Wiederaufbau. in diesem fundierten Kommentar wird aufgezeigt, dass man in Graz immmer noch das Vergessen und Verdrängen prakitiziert.
    Da half offensichtlich auch nicht das Kulturhauptstadtjahr, in dem man mit dem Berg der Erinnerungen und dem Uhrtumschatten ansatzweise die Auseinandersetzung mit der wenig rühmlichen Geschichte Graz versucht hat.
    Wirklich auffalend und peinlich ist das
    konsequente Verschweigen des ursprünglichen Zweckes dieser Halle durch die Medien.
    Daher bedanke ich mich bei der Autorin für diesen klaren informativen und kritischen Kommentar. Ich würde es sehr begrüßen, wenn Herr Dr. Zinkanell sein Versprechen wahr machen würde und in irgendeiner Form den umfassenden historischen Backgrond dieser Halle darstellt, sei es durch eine Gedenktafel oder etwas anderes.
    Schade finde ich übrigens, dass die Architekten dies nicht als ihre Aufgabe gesehen haben.

    Autor: winfrid sallinger

  • Der Artikel von Frau Architektin Elisbeth Lechner spricht uns aus der Seele. Seit Jahren, wenn nicht schon seit Jahrzehnten wird scheinbar auf die Bedürfnisse der Bewohnerinnen und Bewohner von Mariatrost vergessen. Interessen von Investoren scheinen vor den Interessen der AnrainerInnen zu kommen. Die SPÖ Mariatrost wurde und wird immer milde belächelt, wenn sie ihre Ideen einbringt und Anträge im Interesse der BewohnerInnen formuliert. Der Charakter von Mariatrost als "Vorstadt" wurde in den letzten Jahren scheinbar mit allen Mitteln der Bau- und Verkehrs"kunst" zerstört. Wir, Gemeinderätin Edeltraud Meißlitzer, GRin Dagmar Krampl und mit uns die ganze Grazer SPÖ hoffen sehr, dass endlich vernünftige Menschen die Anliegen der Bevölkerung ernst nehmen und unsere Bemühungen für einen lebenswerten Bezirk Mariatrost unterstützen und nicht boykottieren.

    Autor: Dagmar Krampl

  • Wie heißt das alte Sprichwort? Aus Fehlern kann man lernen. Könnte man, müsste es im Falle der 1.Regionale 2008 heißen, denn Bilanzpressekonferenzen (bei denen sowieso alle wissen, dass vorne am Pult gelogen, schöngeredet und heiße Luft verbreitet wird) tragen zu einer Einsicht, die die Voraussetzung zur Verbesserung der Regionale2 wäre, nichts bei. Tatsächlich war die Werbung unprofessionell und nicht zielgerichtet für die regionale Bevölkerung, war das Orientierungs- und Hinweissystem, ob auf Plakaten oder lächerlich kleinen Hinweistäfelchen, auf den Aphalt am Straßenrand aufgebracht, katastrophal,waren Öffnungszeiten von Ausstellungen auch nach Monaten im Internet noch falsch eingetragen, kompetente Auskünfte kaum zu erhalten .... Schade, der Ärger über schlechte Organisation, verlorene Zeit durch Suche und leere Kilometer hat dabei die Analyse, Bewertung und Akzeptanz der Inhalte der Regionale1 fast verdrängt. Dabei wäre interessanter, über diese zu reden.

    Autor: Tschavgova

  • zwar off topic, aber wenn vier von sechs fachwerkbindern erhalten werden ist das nach adam ries´ 3/5 der halle (sowohl flaeche wie auch raum und konstruktion) und nicht 2/3. weil sechs binder haben 5 und vier binder nur mehr 3 zwischenraeume. mit anderen worten: wie kann ich fast die haelfte abreissen und es verkauft sich als wuerde ich fast alles erhalten ;)

    Autor: w

  • Mir ging es in diesem Sommer ähnlich wie der Elisabeth Lechner- leider öfter nur:
    Schnitzeljagd ohne Ablaufdatum: Dachte ich beim ersten Mal in Hainburg noch, dass es sich schon geben wird, war es das zweite Mal schon peinlicher, als am Eröffnungstag mit Freunden aus Wien zwar die Grazer Kulturschickeria (mit Bus angereist und Prosecco-feiernd sich dem schwierigen tag ergab), war NIEMAND da, der auch nur ein bißchen Auskunft hätte geben können.
    in Ilz war es dann zwei Wochen später sehr bemüht (ich gebe ja zu, es war Samstag mittag und heiss)- aber leider die Tonanlage mußte noch enigestellt werden, denn sie hatte noch nie so richtig funktioniert, mehr konnte man mir da auch nicht sagen.
    In Gosdorf war dann nur das gemähte Maisfeld (ähnlich schwer zu finden, wie im Text vor beschrieben), wieder mußte ich mich vor mehreren Freuden - diesmal aus Salzburg, die auf dem Weg zurück waren, und denen ich vorgeschwärmt hatte wie toll es denn sei, dass endlich auch in der Südoststeioermark diese Art von Kultur Einzug fände... Naja was denn da wie los sei konnte auch nach längerem Nachfragen Niemand erklären.
    Im Pavelhaus in Laafeld war dreimal zugesperrt (von außen kann man wenigstens dort auch etwas erahnen),und als ich vor über einem Monat in Feldbach vorbeischaute und versuchte mein Leid zu klagen gab man mir recht, "ja das habe man schon öfter gehört, leider.."
    Nein es war ja toll, zumindest einmal war in Hainfeld die Führerin sehr bemüht und wollte auch unbedingt mehr erzählen, was denn da noch so toll alles sei, mit den Kindern insbesonders und die Aktionen rund um die Fotoausstellung und sooo viele Besucher wie da immer wären (außer dem Tone Fink und seiner Begleitung und zwei weiteren besuchern war aber an diesem Vormittag wohl niemand dort).
    Ist es abgehoben, wenn man fragen darf, ob das "elitäre" Kunst ist- haben Sozialisten und besonders K. Flecker nicht anderes gewollt?
    Eigentlich bin ich ja froh, dass nicht auf den Leserbriefseiten der "Krone" über die Ausstellung diskutiert wird, aber das wäre bereits zuviel der Ehre in diesem Fall.

    Eine leider ein bisschen vertane Chance, wenn man auch weiss mit welchen Budgetmitteln sonst Kulturgruppen in dieser Region abgespeist werden und wie sie sich durchfretten müssen.

    Nicht nur Schnitzeljagd ohne Schnitzel, nein sondern nur "reine Kunst"- ohne Künstler-ohne Besucher-ohne irgend etwas, doch auch schön- wenn nicht einmal bemerkt wird wann es aus ist-
    Die Plakate waren schön, aber die sind von den Wahlplakaten bereits überpickt, Gleichenberg, Fehring, Leitersdorf und Gosdorf wird man wohl wegen anderer Dinge in Erinnerung behalten-leider.
    Viel Glück beim nächsten Versuch!

    Autor: Architekt Szedonja

  • Das Ergebnis - ein städtebaulicher SuperGAU - Größtmöglich Anzunehmende Überbauung.
    Was hat der Bebauungsvorschlag mit Büroflächen in dieser Größenordnung mit den Qualitäten des Stadtteiles im Bezirk Lend zu tun? Es bleibt nicht einmal mehr Raum für eine angemessene Platzsituation an der Wienerstraße. Selbst das angedachte grüne Rückgrat einer Allee an der Nordseite endet im Sinne eines "Bepflanzungsstreifens" innerhalb der Bebauung, statt sich im Straßenraum der Grünegasse bereits anzukündigen. Schade um das Potential dieses Baugrundes.

    Autor: Susanne Wechtitsch

  • Da ich mit Frau Arch. Lechner immer wieder in Kontakt bin, habe ich auch ihren Kommentar auf der Plattform mit Interesse gelesen. Was mir persönlich widerstrebt, ist eine gegenseitige Schuldzuweisung zwischen ArchitektInnen, Stadtplanung, Bezirksvorstehung, ... Alle VertreterInnen sind an einer positiven Lösung interessiert. Klar muss nur sein, dass diese Zeit und Aufwand bedeutet. Eine Regulierungsplanung für die Haupteinfallsstraßen von Graz wurde von Frau VBM Rücker und mir bereits als Vorhaben definiert und soll im Zuge der Revision von Stek und Fläwi realisiert werden. Ist nur schon auch ein schönes Stück Koordinationstätigkeit, da neben anderen Stellen in der Stadt auch das Land zu befassen ist. Ich hoffe, diese Antwort wird für den Moment so akzeptiert...

    Autor: Eva Maria Fluch

  • Liest man den Auslobungstext, findet man in den städtelbauliche vorgaben und beurteilungskriterien das ausschöpfen der maximalen dichte von 2,5.
    diese enorme dichte kombiniert mit für büronutzung unverständliche höhenbeschränkung auf max 5 geschosse lassen nicht gerade viel spielraum.
    auf jeden fall erfüllt dieses siegerprojekt sicherlich nicht die in der aufgabestellng formulierten zielsetzungen:
    aufwertung des stadtteiles und beitrag zu einer entscheidenden attraktivierung des stadtbildes. darunter versteht man normalerweise was anderes.
    wieder mal hohle phrasen und eine vertane chance, im rahmen des grazer modells.
    ein gestaltungsbeirat würde solche ergebnisse ablehnen.
    eigenartig auch die ausweisung im flächenwidmungsplan: 0,25 -2,5 Dichte. eine ziemliche bandbreite und eigentlich keine rahmenplanerische festlegung. gefordert wird dann die höchstdichte.

    Autor: Elisabeth lechner

  • Grauenvoll - das soll "state of the art", ein Städtebau des 21.Jahrhunderts sein? Gute Nacht, Graz, sollte die Stadtplanung dieses Projekt je absegnen. Wer war die ausschreibende Stelle?

    Autor: Tschavgova

  • _wer von der Stadtplanung war in der Jury ?
    _wer von der IngKammer ?
    _welcher grazer Architekt würde dort freiwillig wohnen und arbeiten ???

    Autor: Swoboda Werner Architekt

  • ....mag ja ganz nett klingen.
    aber, ob es wirklich so sinnvoll ist, das auffinden von orten zu einer schnitzeljagd zu machen, wo aber gar nicht wirkliche schnitzel ausgelegt sind, kann auch fürs nächste mal überdacht werden.
    ein beispiel:
    4 grazerinnen auf der empfohlenen eröffnungsroute im eigenen pkw unterwegs.
    erste etappe walkersdorf, zentrum der welt, eine installation im kunstzentrum walkersdorf. ausgerüstet mit dem falterartikel machen wir uns auf die suche. bei der ortstafel walkersdorf stehen wir das erste mal, keine hinweise zu sehen, wir lesen im falter nach, da steht ja was von ottendorf, also biegen wir dorthin ab, gleich fragen wir einen passanten, wo denn die regionale 08 veranstaltung hier sei? er fragt, ob wir die evita meinen, dazu sei er eigens aus augsburg angereist, nein, die meinen wir nicht. von der regionale und diwan ....hat der nichts gehört. eva meint, fahren wir bis zur kirche, dort werden wir schon richtig sein, bzw. einen hinweis finden. dort findet sich nur ein geschlossenens infobüro. wieder fragen wir einen passanten, der weiß auch nichts von regionale und ausstellungseröffnng in walkersdorf, wir legen nach, das sei ein kunstzentrum in walkersdorf, kennt er nicht. nach längerem nachdenken meint er, es gäbe nur ein haus, das etwas mit kunst zu tun habe und da müssen wir wieder zurück. wir denken schon, er empfiehlt uns eine keramikerin oder dergleichen. also fragen wir in einem cafehaus nach. der wirt und auch die zwei gäste haben keine ahnung, was diese regionale 08 denn sei. wir erklären, das festival ganz kurz hammer purgstall, nachfolge von landesausstellung, viele orte sind dabei.... der wirt: ich hab mich eh gewundert, dass mich unlängst die aus straden auf unser tolles festival angeredet haben und ich weiß von nichts. alle finden das mit der nichtinformation eigentlich arg, denn das wär ja auch was für die touristen und überhaupt für alle. der wirt hat die idee beim bürgermeister anzurufen. der hebt nicht ab. dann eine 2. nummer, auch dort weiß man nichts. es kommt der wirtssohn, der weiß wiederum einen, der, wenn es was mit kunst zu tun hat, wahrscheinlich was wissen könnte. treffer- wir müssen zurück, über die hauptstraße drüber den berg hinauf. der wirt will sich gleich am montag beim bürgermeister beschweren, wieso er nichts weiß und wieso er kein infomaterial zum verteilen an gäste hat.
    zurück im auto haben wir echten spass, lachen uns fast schief und denken das motto karawane hat was, denn wir fühlen uns wie auf einer karawane in der wüste, ziemlich ohne orientierung. einige unserer vorurteile von abgehobenheit haben leider schon nahrung bekommen.
    wieder zurück an der kreuzung schauen wir, wo wir denn das hinweisschild beim ersten mal übersehen haben. dreimal müssen wir im schilderwald suchen, bis wir abgewandt zur richtung hauptstraße zwischen anderen schildern untergehend ein winzig kleines regionale symbol erkennen. na bitte. wer sagt´s denn, ist ja doch beschildert aber wie.( jetzt weiß ich warum so klein, weil man nicht um massen buhlen will) wir fahren weiter und dann helfen uns doch glatt bodenmarkierungen weiter. wir reden mit der sehr engagierten leiterin des kunstzentrums, selbst künstlerin (cym) über das thema abgehobenheit, einbindung der bevölkerung etc.... und sie erzählt uns von der vollen begeisterung beim musical evita, das im dorf aufgeführt wird.

    Autor: Elisabeth lechner

  • die Frage ist ja, ob nicht auch ein Bezirksvorsteher Verantwortung und Einspruchsrecht bei lokalen Bauvorhaben hat - laut genug sind die Sprüche in Ihrem Bezirksblatt - und ob nicht auch vom Bezirk ein Konzept für den Bezirksverkehr incl.Fußgänger/ Erholungsflächen/ Verkehrsfluß und Lärmpegel erstellen werden sollte, um wohltuenden Einfluss nicht nur für Wirtschaftstreibende zu ermöglichen. Wozu zahlen wir SIE? hat eine Bezirksverwaltung noch eine Existenzberechtigung?

    Autor: Dr.Paß-Kosmath Inge

  • Leider, Sie haben recht, und der Beispiele ließen sich noch viele anfügen, in Mariatrost (spazieren Sie auf den Janischhofweg, gleich hinter den gezeigten Bauten, grünraumzugeklotzt, bei der letzten Flächenwidmungsplanänderung gegen alle Regeln als Baugrund ausgewiesen, Einwand doof zuückgewiesen, und Sie treffen wiederum die selben Leut wie in der Mariatrosterstraße – doch das alles wär eine längere Diskussion) oder an vielen anderen Stellen in Graz.

    Die Freiheit der Bauenden ist heilig, Raumordnung oder Straßen-, Orts- und Landschaftsbild theoretische Begriffe, Trottoire zufällige Restflächen. Ärgerlich die Ohnmacht angesichts der Situation – die Verantwortlichen verstecken sich hinter Papier und Paragraphen.
    Vielleicht finden sich ein paar kluge Kommentare, beherzte Zungen, und heiliger oder profaner Zorn um diese Themen anläßlich der nun bevorstehenden Diskussionen um Flächenwidmungsplan & Stadtentwicklungskonzept-Novelle in die Öffentlichkeit zu bringen – weil: nur so kann sich der "politische Wille" ändern, nur so werden die Gesetze nicht noch baulobbyfreundlicher, sondern geben die Richtung für eine menschenverträgliche Stadtentwicklung.

    Autor: Alex Trojovsky

  • Es stimmt: Architekten planen Wohnhäuser, Geschäfte, Infratstrukturbauten.
    Aber entscheidend ist doch, wer was und warum baut, und das wird eher selten von den Architekten entschieden.
    Wem nützt es denn, dass sämtliche unbebauten Flächen z.B. entlang der Mariatrosterstraße mit mehr oder minder hübschen "Objekten" zugepflastert werden?
    Wohl in erster Linie den Bauherren und Besitzern dieser Gebäude. Und wenn man diese Auswüchse nicht will, wer sollte dann gegensteuern? Richtig, eine Stadtplanung die diesen Namen verdient, von Seiten der Stadtpolitik, die wohl nicht nur darin bestehen kann, Architektengutachten für Baugenehmigungen en bloc einzuholen, sondern viel mehr langfristige Konzepte für eine vernünftige(!) Raumplanung auszuarbeiten.
    So kommt die wenig erfreuliche Situation in diesen Bezirken wie Mariatrost eben gerade daher, dass man glaubt, alles wird gut, wenn jeder im Sinne der freien Marktwirtschaft nur agieren kann, wie er will. Das läuft aber letztlich auf eine Bankrotterklärung unserer politischen Vertreter hinaus und darauf, dass wir uns an die gesichtslosen, überall gleichen von denselben Wohnblocks gesäumten Straßen mit den überall gleichen Warenkettenlogos gewöhnen werden müssen. Wollen wir das?

    Autor: Josef Schiffer

  • ist folgende: nicht alle zivile architekten planen solche objekte und viele zivile architekten sind mit den entscheidungen oder plangungen der behördlichen architekten nicht einverstanden und deshalb geben sie ihre meinung unter anderem in diesem forum kund.
    interessant wäre nur gewesen, was tatsächlich die haltung des für diesen bezirkes zuständigen bezirkspolitkers ist.
    denn auch auf dieser ebene sollte im sinne eines geordenten siedlungsbildes und funktionierenden verkehrskonzeptes etwas getan werden. sich nur über die sich über fehlentwicklungen äußernde architeken wundern ist ein wenig wenig.

    Autor: Elisabeth lechner
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