GAM. Architekturpublikation versus Kronenzeitung

..oder die Beschleunigung des Diskurses

Im Zuge eines round-tables im Kunsthaus Graz wurde GAM diskutiert. Die zweifelsohne notwendige Publikation der Grazer Architekturfakultät, die jährlich erscheinen soll, will einen Beitrag zum internationalen Architekturdiskurs liefern.
Wie findet Architekturdiskurs überhaupt statt? Gibt es einen internationalen Diskurs? Alles Fragen, die die Gäste des round-tables diskutierten.

Es ist zu beobachten, dass Architekturzeitschriften zunehmend schneller herausgegeben werden, um eine gewisse Aktualität der Themen zu gewährleisten – somit eine Art Kronenzeitungseffekt anstreben.
Das schnellste Medium ist das Internet geworden, das es ermöglicht, internationale „Echtzeitdebatten“ durchzuführen. Die Wahl des Werkzeuges also bestimmt in hohem Maße den Erfolg eines Diskurses.

GAM. Ist eine universitär gestützte Publikation.
Da auch auf universitärer Ebene eine relevante Architekturdebatte nicht mehr von Einzelfakultäten geboten werden kann, muss jeder architektonische Diskurs international- und themenübergreifend geführt werden.
Wieder ermöglichen hier die neuen Kommunikationstechnologien erst den interunversitären Austausch - in Form von Lernen und Lehren auf realörtliche Distanz - und vereinen die verschiedensten Ausbildungsstätten im Bereich der Architektur zur “kollektiven Intelligenz“. Dies anzustreben wäre wichtig.

GAM. erscheint 1x jährlich, zu langsam um sich als Publikation im internationalen Diskurs einen Stellenwert zu verschaffen. Es wird sich an den Parallelaktivitäten wie Symposien, Diskussionsrunden und letztlich auch einem interaktiven Internetauftritt zeigen, wie sehr sich die Grazer Architekturfakultät in den internationalen Architekturdiskurs einbringen kann.

Verfasser/in:
Gernot Ritter
"Freie Meinung"

Datum:

Tue 18/05/2004
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