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Nachruf
In Memoriam LEBBEUS WOODS (1940-2012)

„Architektur handelt von der Art und Weise wie wir denken und leben. Es geht nicht nur um Formen und technische Konstruktionen“.
Lebbeus Woods

Im Juni 2005 war der New Yorker Architekt Lebbeus Woods auf Einladung der Medien und Architektur Biennale Graz und der Neuen Galerie Graz für einen Vortrag zu Gast in Graz. In der Programmreihe der Medien und Architektur Biennale Graz „Ausstellung als Medium und Experiment“ sprach Kuratorin Charlotte Pöchhacker (+2012) mit Lebbeus Woods über die Bedeutung von Experiment und Forschungsarbeit für die zeitgenössische Architekturproduktion.

Charlotte Pöchhacker schrieb damals über Lebbeus Woods:
„Lebbeus Woods ist ein höchst spannender Grenzgänger zwischen Architektur, Philosophie und Technik. Er zählt heute zu den bedeutendsten Architekten, die sich mit den experimentellen Dimensionen von Architektur auseinandersetzen und den Dialog zwischen Kunst, Architektur und Philosophie führen. (...)
Die Architektur von Lebbeus Woods ist durch Experiment und Forschungsarbeit geprägt. Seine umfassenden Arbeiten im Bereich der Architekturtheorie, seine fantasievollen Zeichnungen und sein Verständnis von Architektur als einem Vehikel für politische und soziale Kritik haben seit Jahrzehnten großen Einfluss auf die Welt der Architektur, des Designs und der Bildenden Kunst.
Lebbeus Woods sieht sich als Agent Provokateur, dessen Denken durch seine intensive Auseinandersetzung mit Philosophie und Kybernetik geprägt ist. Architektur bedeutet für ihn ein Instrument zur Hinterfragung traditioneller Denk- und Lebensformen. Woods betrachtet das Leben als eine Art Performance und seine temporären Architekturen als ein Set von Bedingungen, die veränderte Sichtweisen hervorrufen sollen.
Seine Architekturproduktion manifestiert sich in außergewöhnlich visionären Zeichnungen, Modellen und Installationen. Sie vermittelt sich ausschließlich durch das Medium der Ausstellung und durch Publikationen. Ausstellungen werden zu physischen Manifestationen seiner Ideen.“

Am 30. Oktober 2012 ist der in Michigan geborene Architekt, Künstler und Theoretiker mit 72 Jahren in New York verstorben. Lebbeus Woods lebte und arbeitete in New York. Er war zu Beginn seines Schaffens Mitarbeiter im Büro Eero Saarinen, dann selbstständiger Architekt. Woods war Professur an der Cooper Union, Gastprofessuren an der Bartlett in London, sowie an der Harvard und der Columbia Universtiy. Er leitete außerdem das Forschungsinstitut für experimentelle Architektur (RIEA), New York.

Verfasser / in:

Redaktion GAT GrazArchitekturTäglich

Datum:

Fri 09/11/2012

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The Practice of Architecture
LEBBEUS WOODS + STEVEN HOLL
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