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Kolumne
Privatissimum vom Grilj

Architektur-Alphabet, aus dem Leben gestolpert

ABC, 1. Advance Booking Character,
2. Alcoholic Beverage Control,
3. American Broadcasting Companies
Websters, NY, 1997

Und wenn du glaubst, es geht nicht mehr,
kommt von irgendwo ein Lichtlein her.
Volksmund

A – Architektur ist, wenn andere Architekten sagen: Und das soll Architektur sein?
B – Besonders dann!
C – Siehst Du was, Cyklop? – Nein, da war niemand. Aber irgendwie hat er meinen Blick auf die Architektur verändert.
D – Diplomarbeit. Mit genau denselben Argumenten, mit denen Du Deine Diplomarbeit verteidigst, kannst Du schaurig auf die Nase fallen oder mit Auszeichnung bestehen. Mach also weiter! Es kommt eh wie unter E...
E – etc. Das Leben geht weiter. Und zwar jetzt, in diesem Augenblick.
F – freu dich einfach!
G – Gleichenfeier. Wir sind alle glücklich und etwas angetrunken, und jetzt, mein lieber Architekt, damit Du nicht die ganze Wahrheit mitbekommst, die nächste Flasche auf ex. Siehe unter E. Da warst Du schon? Echt? Na, dann nimm einen Schluck und geh weiter auf R!
H – Haus. Mach einmal etwas mit Länge und Breite und Höhe! Und mit einem Loch zum Hineingehen. Und mit ein paar Löchern zum Hinausschauen. Geschafft? Gratulation.
I – wenn man sich nicht allweil die Schienbeine anstösst, dann war es keine ordentliche Innenarchitektur.
J – Jessas! Siehe I. Also doch.
K – Keller. Kann nie zu klein sein. Wegen der Leichen. Oder, wenn wir schon bei K sind, wegen der Korruption.
M – Mafia.
N – Nie gehört!
O – „Vasistas“. So heißt im Französischen die Oberlichte. Als die Deutschen als Soldaten kamen, kannten sie die Oberlichte nicht und fragten: „Was ist das?“ Das ist der Oberlichte dann geblieben. Und wieso steht diese Notiz unter O? Oooch, es muss nicht so genau sein, damit es letztlich stimmt.
P – Präkariat. Das ist Ihre Staatsbürgerschaft, sobald Sie mit dem Architekturstudium – sehen Sie unter D, Frau und Herr Dipl.Ing. – fertig sind.
R – Rechnung. Den kennen Sie auch?
S – Studentenwitz aus jener Zeit, als das Studieren noch lustig war: „Wie spät ist denn?“ – „Mittwoch, glaub ich.“ – „Sommer- oder Wintersemester?“
T – wie Traum. Kommt gleich in der nächsten Zeile:
U – Und dann passiert es doch: Du hast etwas entworfen und daran herumgedenkelt, Du hast es verworfen und wieder aufgenommen, Du hast dafür herumgestritten und Dir soviel gefallen lassen müssen, ach, Gott, diese blöden Bagatellen und diese Halunken und diese vielen Vollkoffer, aber dann, jetzt, knapp vor Sonnenaufgang, dann bist Du da, weit und breit noch kein Mensch, dann schaust Du Dir das an. Es ist Dein Werk, und es ist Dir gut geraten. Und dann kommt auch die Sonne.
V- vielleicht hätte man dieses Detail doch... Hör auf! Du hast es nach Maßgabe Deines Könnens optimal gemacht.
W – wie Wünsche, im Stillen. Zuerst bringe ich diesen Beamten da um. Dann den nächsten. Dann erschlage ich diesen Politiker. Dann den nächsten. Dann erwürge ich den da, der unentwegt in Unterlagen raschelt und ständig Schwachsinn redet. Und dann gehe ich heim und sage: „Ach, machen wir uns endlich einen schönen Tag!“
X – Xing. Das ist eine Aktie, über welche ein Experte aus Bonn schrieb: „Seit spätestens dieser Woche jedoch mehren sich die Hinweise, wonach es besser sei, die Aktie jetzt wieder loszuwerden, zumindest was die an der Short-Seite interessierten Aktionäre betrifft, da nach einer spektakulären Rallye das Risiko für Rückschläge oft steigt, und das Wertpapier dringend eine Erholung benötige. In der Tat hat sich der Kurs seit Montag konsolidiert und weist seitdem eher eine Seitwärtsbewegung auf.“
Y – Yen. Wo Ihr Bauherr vielleicht nach dem Lesen des Obigen vielleicht spekuliert hat. 
Z – siehe z.b. unter A

Verfasser / in:

Mathias Grilj

Datum:

Tue 17/03/2015

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Privatissimum vom Grilj

Jeden 3. Dienstag im Monat

Zur Person:

Mathias Grilj (* Kamnik, SLO) lebt als freier Journalist und Schriftsteller in Graz.

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