Regionale Kulturfestivals statt Landesausstellungen

Bei Amtsantritt vor einem Jahr kündigte Kulturreferent LH-Stv. Kurt Flecker grundlegende Änderungen am Prinzip der Landesausstellungen an. Diese seien zweifelsfrei wertvoll gewesen, so Flecker, allerdings wurden - neben den kulturellen - touristische, wirtschaftliche und auch infrastrukturelle Maßnahmen im Zuge der LA zu 100 Prozent aus dem Kulturbudget finanziert. Eine sich letzthin abzeichnende Entwicklung der seit 1980 jährlich ausgerichteten LA sei aufgrund der kurzen Fristen in Richtung einer „Verdünnung der Themen“ und damit „Minderung der Qualität“ verlaufen, schließlich: „ Die Nachhaltigkeit lies zu wünschen übrig.“

In Vertretung des vom Kulturreferenten mit der Ausarbeitung eines Konzeptes in Nachfolge der LA beauftragten Landeskulturbeirates präsentierten Dr. Monika Wogrolly und DI Heinz Weyringer nun ein biennales Modell unter dem Arbeitstitel „Regionale Kulturfestivals“. Diesem Konzept gemäß sollen regionale Kulturinitiativen oder Gemeinden Projektideen vorlegen, deren Schwerpunkt in erster Linie auf „zeitgenössische Kunst, künstlerische und soziokulturelle Ansätze“ ausgerichtet ist. Künstlerisches Potential einer Region soll so in Austausch bzw. Dialog mit internationalen künstlerischen Positionen treten.

„Gelder aus dem Kulturressort“, betonte Kurt Flecker, „sollen regionalen Kulturinitiativen zur Entwicklung und Präsentation von Kunst zugute kommen; nicht aber – wie zuletzt – darf die Kunst als Steigbügelhalter für Tourismus und Wirtschaft eingespannt werden“.
Jährlich werden seitens der Landeskulturabteilung 2 Mio. Euro budgetiert, damit stehen den jeweiligen Festivals im Abstand von zwei Jahren je 4 Mio. Euro zur Verfügung. Ebenfalls im Zweijahres-Turnus erstellt eine Expertenjury Vorschläge zur Bestellung einer Intendantin oder eines Intendanten, der oder die Initiativen bei der Ausführung der beschlossenen Projekte unterstützen und Koordinieren soll.

Finanziell ergeben sich gegenüber den Landesausstellungen Einsparungen des Kulturbudgets, für die es nach Aussage Fleckers zunächst keine Umwidmungen geben wird. Dass die biennalen Festivals im Vergleich mit dem Steirischen Herbst um jeweils eine Million Euro höher dotiert sind, führt nach Entgegenhalten Monika Wogrollys jedenfalls nicht zwangsläufig in die Situation, ein „Steirischer Herbst fürs Land“ zu werden, wie eine Journalistin während Pressekonferenz einwarf.

Verfasser/in:
Wenzel Mracek, Bericht

Datum:

Sat 25/11/2006
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