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Superflex "Lost Money", Kunsthaus Graz, 2021. Die Installation verlockt, vermeintlich verlorene Münzen aufzuheben. Sie sind allerdings in den Boden geschraubt. Vorne sind einige Münzen, links ist der "Suahtsnuk" (Kunsthaus rückwärts gelesen) zu sehen – siehe Link.
©: Martin Grabner

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Bericht
Tatort Kunsthausvorplatz Graz

Für das Kunstprojekt Lost Money/Handful der dänischen Gruppe SUPERFLEX wurden am Boden des Grazer Kunsthaus-Vorplatzes und im Inneren Euro-Münzen (kunstvoll) verteilt und befestigt. Das konnte Unbekannte allerdings nicht davon abhalten, die Münzen nachts zu beschädigen und zu entwenden.

Lost Money/Handful basiert auf der Arbeit Lost Money der dänischen Künstlergruppe SUPERFLEX, die bereits an verschiedenen Orten realisiert wurde. SUPERFLEX wurde 1993 von Rasmus Nielsen, Jakob Fenger und Bjørnstjerne Christiansen in Kopenhagen gegründet. Ihre Projekte haben einen starken Bezug zu sozialem Engagement, alternativen Ökonomien und Selbstorganisation. Für Lost Money/Handful wurden Münzen jeweils entsprechend der lokalen Währung ausgewählt und am Boden angebracht. Die Münzen verlocken dazu, stehenzubleiben und das vermeintlich verlorene Geld mitzunehmen. Sie sind allerdings fest in den Boden geschraubt und lassen sich nicht aufheben.
So die Theorie – in der Praxis bewiesen Unbekannte in Graz bereits kurz nach der Montage das Gegenteil: Gewaltsam entfernten sie über Nacht drei der vier Münzen, die vor dem Kunsthaus installiert waren. Nur eine ließen sie deutlich beschädigt zurück.
Nicht nur die Täter*innen, auch die Motive sind unbekannt. Da es sich um einen sehr niedrigen Geldbetrag (Münzen im Wert von 2 €, 1 €, 50 und 5 Cent) handelt und die Münzen nach der Entfernung unbrauchbar gewesen sein müssen, vermutet SUPERFLEX, dass es sich dabei eher Vandalismus als um Diebstahl handelt. Die Künstler nehmen den Konflikt als eine Form der Interaktion an und begrüßen diese Gelegenheit, um einige Fragen aufzuwerfen:
Ist dieser Akt eine Kritik an Symbolen des Kapitalismus und der ökonomischen Ungleichheit?
Ist es eine Kritik an der EU, die auf den Prinzipien des freien Marktes basiert?
Oder ist es eine Kritik an der Kunst als Eventfaktor?
Auf jeden Fall zeigt die Aktion die beeindruckende Wirkung des Werkes. „Der Akt kann als Gesprächsanbahnung zu einer Reihe von Themen über Ökonomie, Kunst und natürlich SUPERFLEX selbst dienen“, finden die Künstler.
Die jetzt wieder vollständige Installation ist Teil des Fünfjahresplans, den die Künstlergruppe für das Kunsthaus Graz entworfen hat und der ab 26. November 2021 mit der Ausstellung Sometimes As A Fog, Sometimes As A Tsunami seinen Abschluss findet.

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Suahtsnuk
Vor dem Kunsthaus Graz steht während der STEIERMARK SCHAU ein temporärer, experimenteller Kunstraum names Suahtsnuk (= Kunsthaus rückwärts gelesen). Dieser wurde von Alfredo Barsuglia in Zusammenarbeit mit SchülerInnen der Ortweinschule Graz gebaut und ist von 9. April bis 9. Oktober 2021 während der Schließzeiten des Kunsthauses frei zugänglich. Im Innenraum werden wechselnde Ausstellungen gezeigt, wärend auf dem begehbaren Flachdach eine Weinbergschneckenzucht stattfindet: Rund 350 Schnecken aus der Wiener Schnecken Manufaktur Gugumuck ziehen temporär ein. Die mit Kletterpflanzen umrankte Suahtsnuk soll auch Erholungsinsel für PassantInnen sein.

Verfasser / in:

Kunsthaus Graz

Datum:

Thu 17/06/2021

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Kommentare

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No, na!

" Das konnte Unbekannte allerdings nicht davon abhalten, die Münzen nachts zu beschädigen und zu entwenden."
No, na! Wie "abgehoben" agiert Ihr?

der kommentar braucht eine

der kommentar braucht eine erklärung, was ist mit abgehoben eigentlich gemeint und das no,na am anfang ???

Infobox

Tatort Kunsthausvorplatz Graz

Die Kunstinstallation Lost money von SUPERFLEX wurde beschädigt. Die Künstler nehmen den Konflikt als eine Form der Interaktion an und begrüßen diese Gelegenheit, um einige Fragen zum Fetisch Geld aufzuwerfen.

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