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Wettbewerb Bildungscampus Puntigam, Platz 1, Franz&Sue Architektur. Bild anlässlich der Präsentation am 19. Juli 2019
©: Stadt Graz/Foto Fischer

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WB-Entscheidung
Bildungscampus Puntigam

Die Stadt Graz hatte zur Erweiterung der Volks- und Neuen Mittelschule in Graz-Puntigam einen EU-weit offenen, anonymen, einstufigen Realisierungswettbewerb ausgelobt und zwischen 16. Jänner und 18. Juni 2019 durchgeführt.
Die bestehende VS und die NMS sollen in zwei Etappen umgebaut und erweitert werden: Im ersten Bauabschnitt werden 16 VS-Klassen errichtet, im 2. Abschnitt erfolgt die Erweiterung der VS um 4 Klassen, also in Summe auf 20 Klassen. Die NMS soll von derzeit 8 auf 12 Klassen erweitert werden. Zusätzlich werden Sonder-, Sport und Verwaltungsräume für beide Schultypen gebraucht.
Die ArchitektInnen waren lt. Auslobung eingeladen, für den „Lebensraum Schule“, in dem sich die SchülerInnen zunehmend ganztags aufhalten, geeignete Raumkonzepte zu gestalten, welche den Kindern eine hohe Aufenthaltsqualität sowohl für die Phasen des Lernens als auch der Freizeit bieten.

Die Jury hatte an zwei Sitzungstagen am 8. und 9. Mai 2019 unter dem Vorsitz von Arch DI Michael Steinlechner 50 Wettbewerbsbeiträge hinsichtlich der Beurteilungskriterien Städtebau, architektonische/ baukünstlerische Ausformulierung, Funktion, Ökonomie und Ökologie zu prüfen. Aus den Einreichungen wurden sieben Projekte zur weiteren Bearbeitung ausgewählt und abschließend in der dritten Jurysitzung am 18. Juni 2019 beurteilt.

Wettbewerbsergebnis

  • Platz 1: Franz&Sue Architektur, Wien
  • Platz 2: MEGATABS architekten, Wien
  • Platz 3: Arch. DI Sven Klöcker bau-architektur, Lissabon
  • Ankauf 1: Arge Architekten Kronaus – Mitterer, Wien
  • Ankauf 2: Architekten Brigitte Huber-Theissl und Georg Huber, Salzburg
  • Ankauf 3: YF Architekten, Wien
  • Nachrücker: Architekten Konrad Schermann, Werner Stolfa, Wien

Jurybeurteilung Platz 1
"Das Projekt sieht einen 2-3 geschoßigen Nordsüd-gestreckten und in den Obergeschoßen mäandrierenden Baukörper entlang der Nippelgasse vor. Der Baukörper reagiert gekonnt auf die städtebaulichen Gegebenheiten, indem er z.B. im Bereich des gegenüberliegenden Kindergartens frontseitig eingeschoßig wird und auch im Norden mit 2 Geschoßen den Baukörper abschließt. Mit der vorgeschlagenen Aufstockung der NMS bildet sich eine angemessene und durch das Zurücksetzen eine wohltuende Gesamterscheinung und Vorplatzbildung. Der Vorschlag der Fassadengestaltung versucht das Vorhandene aufzunehmen und im Bereich der Neubauten weiterzuentwickeln.
Die sich ergebenden Halbhöfe mit dem Angebot der den VS-Clustern zugeordneten Terrassen werden auch mit deren angedeutetem Materialwechsel sehr positiv gesehen.
Überzeugend ist die Lage und die Anordnung des zentralen Eingangs, der, ergänzt mit den Aulen und dem VS-Speiseraum, ein großzügiges, flexibel nutzbares Gelenk zwischen den beiden Schulen ergibt.
Außerordentlich gut funktioniert der VS-Cluster mit dem großzügigen Freibereich, seiner Erschließung und den zentral liegenden und gut belichteten Lernlandschaften.
Die Zusammenlegung der bestehenden Innenhöfe der NMS zu einem großen Freiraumvolumen bringt neben der Belichtungsverbesserung eine immense räumliche Bereicherung mit sich.
Die entstandene Struktur der NMS kann auch mit dem Ergänzungsvolumen zum Turnsaal hin überzeugen.
Das Projekt erfüllt zudem alle ökologischen und ökonomischen Anforderungen."

Folgende Empfehlungen des Preisgerichtes werden für das Siegerprojekt mit der Bitte um Berücksichtigung formuliert:
- Die Durchwegung im Bereich der Garderobe und deren notwendigen Flexibilität ist mit dem Nutzer abzustimmen
- Die Belichtung des VS-Turnsaals soll an der Nordseite erfolgen.
- auf den zugeordneten Terrassen der Cluster werden fixe Sonnenschutzdächer erwartet.
- der thematische Unterschied in den Fassaden im Bereich der Halbhöfe soll weiterentwickelt werden.
- der externe Turnsaalzugang NMS ist im Zubaubereich anzuordnen.

Ausstellung
Eine Ausstellung mit allen 50 Beiträgen zum Architekturwettbewerb – die acht bestgeeigneten in analoger Form, die übrigen 42 digital – für den weitgehenden Neubau der Volksschule und den Ausbau der Neuen Mittelschule Puntigam ist von Montag, 22. Juli, bis einschließlich Freitag, 2. August, im Foyer der Stadtbaudirektion, Europaplatz 20, 5. Stock, zu sehen. Die Schau ist an Werktagen Montag bis Freitag jeweils von 10 bis 14 Uhr zugänglich, der Eintritt ist frei.

Verfasser / in:

Redaktion GAT
Stadt Graz

Datum:

Wed 24/07/2019

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Wettbewerbsergebnis
Bildungscampus Puntigam

Gradnerstraße 24, 8055 Graz

Ausloberin
Stadt Graz - Stadtbaudirektion
Referat Hochbau

Das EU-weit offene, einstufige Verfahren der Stadt Graz hat Franz&Sue Architektur aus Wien unter 50 TeilnehmerInnen gewonnen.

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