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Die vor ort ideenwerkstatt – ein partizipatives Planungsinstrument
©: nonconform architektur vor ort

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Interview
Ein partizipatives Instrument gegen Leerstand

nonconform architektur vor ort hat mit der dreitägigen vor ort ideenwerkstatt ein partizipatives Planungsinstrument entwickelt, um Leerständen in Ortszentren unter Beteiligung der BürgerInnen entgegenzutreten. GAT bat Roland Gruber, Mitbegründer von nonconform architektur vor ort, zum Interview.

Gibt es einen roten Faden, der sich durch die Arbeit von nonconform zieht?

Im Zentrum unserer Arbeit steht das “Miteinander weiter denken”. Miteinander heißt interaktiv und persönlich und weiter denken bedeutet für uns das gemeinsame Wohl, ressourceneffizient und nutzungsoffen zu denken. Es geht uns im Kern um eine gemeinschaftliche Planung, bei der nicht nur das einzelne schöne Objekt im Vordergrund steht, sondern die Menschen und ihre Bedürfnisse. Mit dem Instrument der vor ort ideenwerkstatt haben wir recht viel Know-how aufgebaut. Wir arbeiten mit der Methode sowohl auf Gebäudeebene, zum Beispiel bei Schulen, aber auch in anderen Maßstäben bei Dorfzentren, räumlichen Entwicklungskonzepten ganzer Gemeinden oder der Nachverdichtung städtischer Quartiere. 
In ganz Europa sind in den letzten Jahrzehnten Fehler in der Raumplanung gemacht worden. Rund um die Gemeinden sind Speckgürtel gewachsen, während Zentren vielerorts aussterben. Hildegard Schröteler von Brandt, Professorin an der Universität Siegen, nennt das den „Donut-Effekt“. Die Nachverdichtung – weniger Leerstand, mehr Ausnutzung, das Schaffen von urbaner Lebensqualität durch mehr Interaktion und Nutzungsdurchmischung – ist ein zentrales Thema, das sich durch alle unsere Arbeitsbereiche zieht.

Was war der Durchbruch des Büros?

Peter Nageler und ich sind als klassisches Büro gestartet. Nach rund fünf Jahren Arbeit gab es einen Wendepunkt: Nachdem wir einen Wettbewerb für einen Dorfplatz gewonnen hatten, kam es zu Bürgerprotesten. Wir fuhren rund 15 Mal in die Gemeinde und führten Gespräche mit den unterschiedlichsten Interessensgruppen, um unseren Projektentwurf zu erklären. Der Wettbewerb war generell schlecht dotiert. Und diese Überzeugungsarbeit war unbezahlt, weil sie ja dazu diente, das Projekt auch umsetzen zu können. Schließlich konnten wir dieses Stück Dorfplatz realisieren. Das war der Ausgangspunkt, um zu sagen: Wenn wir in Zukunft kommunale Projekte machen wollen, müssen wir unsere Arbeit neu erfinden. Das Ergebnis eines intensiven Nachdenkprozesses war die vor ort ideenwerkstatt: Der Überraschungsmoment dabei: Wir gehen mit unserem Büro direkt in die Orte und beginnen mit der Arbeit früher als üblich, also vor dem eigentlichen Projekt. Der Testpilot war die Gemeinde Molln in Oberösterreich. Bis jetzt konnten wir in mehr als 30 Orten arbeiten. In der Regel sind wir die Vorbereiter für Projekte, die in Architekturwettbewerben oder Planungsaufträgen für Kollegen münden. Manchmal erhalten wir aber auch die Möglichkeit, an einem Pilotprojekt selbst etwas testen zu können. Diese Praxis ist uns auch wichtig, damit wir nicht als reine Theoretiker die Entwicklungsprozesse durchführen. 

Wie geht der Prozess der dreitägigen „vor ort ideenwerkstatt“ am Beispiel Pischelsdorf vonstatten und welche Rolle spielt dabei die Architektur- und Baukulturvermittlung?

Unser Ziel ist es, dass alle Betroffenen – in dem Fall die Pischelsdorfer Bevölkerung – Bescheid wissen, dass nun der Zeitpunkt zum Mitmischen da ist. Deshalb starten wir mit einer umfassenden Aktivierungsphase. Dazu bedienen wir uns verschiedener Werkzeuge wie z.B. Ideengläsern, einer spezielle Gemeindezeitung und einer eigenen Webseite, einem Online-Spiel und Befragungen. Als sichtbares Zeichen packen wir die Gebäude oder öffentlichen Räume, um die es in der Aufgabe geht, mit einem gelben Band ein. Dann wird unser temporäres Büro in einem Leerstand, einem Turnsaal oder Vereinsraum aufgebaut und unterschiedliche Gesprächsatmosphären für die Entwicklungsarbeit vorbereitet.
Was die Vermittlungsarbeit betrifft, sollen die Leute durch spezielle Analysen oder großmaßstäbliche Modelle ihren eigenen Ort durch andere Augen sehen und dadurch besser verstehen können. Manchmal ist es bei Fehlentwicklungen notwendig, dass wir mit dem Finger auch dorthin zeigen, wo es weh tut. Wir müssen versuchen, in ganz einfachen Bildern und Worten zu vermitteln, worum es geht, weil wir ja recht komplexe räumliche Herausforderungen bearbeiten.

Also beginnt die Vermittlungsarbeit bereits im Vorfeld der „vor ort ideenwerkstatt“. Was passiert während der drei Tage?

Ein ganz wesentlicher Teil unserer Arbeit im Vorfeld ist es, das Aufgabengebiet gemeinschaftlich genauestens einzugrenzen – nur dann kann es konkrete Lösungsvorschläge geben, die von den politischen Entscheidungsträgern auch mitgetragen werden und daher eine Chance auf Umsetzung haben. 
Generell kommen viele Menschen am Beginn mit der Erwartungshaltung ins Ideenbüro, einen fertigen Plan präsentiert zu bekommen, den es aber nicht gibt. Die Leute sehen eigentlich sehr schnell, dass ihre Bedürfnisse ernst genommen werden und das trägt zur guten Stimmung bei.
Im Ideenbüro können die Menschen beinahe rund um die Uhr vorbeikommen und sich einbringen. Abends gibt es moderierte Veranstaltungen, untertags kommen auch gerne spezielle Gruppen vorbei – zum Beispiel Schulklassen. Dabei legen wir sehr viel Wert darauf, eine gute Arbeitsatmosphäre zu gestalten und die wertschätzende Gesprächskultur entsteht dann fast von selbst. Es wirkt auch stimulierend auf die eigentliche Ideenentwicklungsarbeit. 
An einem Abend organisieren wir zum Beispiel ein gemeinsames Suppenkochen und während dem Suppenessen kommen die bisher ausgearbeiteten Lösungsvorschläge auf den Prüfstand. So entsteht schön langsam eine maßgeschneiderte Antwort für die Aufgabe, die von uns permanent nachgeschärft und in der Folge auch visuell und textlich aufbereitet wird. Am Schlußabend präsentieren wir die Genese der drei Tage und als Höhepunkt das Ergebnis der Kernaufgabe: z.B. wie in Pischelsdorf die Nachnutzung der beiden Gebäude und die Angrenzung an den öffentlichen Raum mit konkreten räumlichen Antworten und Empfehlungen. Darüber hinaus gibt es eine räumliche Zukunftsvision über den gesamten Ortskern. Die Visualisierungen bleiben aber immer rudimentär und skizzenhaft.

Gibt es nach den drei Tagen nicht auch Konflikte und unterschiedliche Meinungen?

Unser Slogan lautet: “Nach 3 ist alles anders!“ Das heißt nicht, dass der gesamte Ort auf den Kopf gestellt wurde, sondern dass ein neues Verständnis entstanden ist. Durch den dreitägigen Dialog bekommen die Beteiligten unweigerlich mit, dass die eigenen Bedürfnisse nicht die einzigen sind, und das Verständnis für das Andere wächst. Es ist wie eine Obstschüssel voller Ideen, die wir gemeinsam gesammelt haben, und daraus haben wir als Ergebnis genau den richtigen Fruchtsaft gepresst, der am besten schmeckt. Ich meine, Bürgerbeteiligung ohne unseren geistig-schöpferischen Akt käme wahrscheinlich auf den kleinsten gemeinsamen Nenner. Aber wir moderieren nicht nur, sondern produzieren auch – wir sind Entwickler. Das Ergebnis ist ein bis zwei Stufen über dem Kompromiss: Das Ergebnis ist der schönste gemeinsame Nenner, mit dem sich sehr viele identifizieren können, weil es aus dem Humus der Ideen, Wünsche und Bedürfnisse, die aus der Bevölkerung kommen, entstanden ist.

Hat sich die „vor ort ideenwerkstatt“ im Laufe der Jahre weiterentwickelt?

Ja, wir machen eine sukzessive Weiterentwicklung in kleinen Schritten. Zum Beispiel konnten wir die Methode als System in einen Architekturwettbewerb integrieren. Das haben wir gemeinsam mit der Tiroler Landesregierung und der Kammer für Architekten und Ingenieurkonsulenten für Tirol und Vorarlberg entwickelt. Die vor ort ideenwerkstatt wird zum ausgedehnten Hearing, wo unter Anwesenheit aller geladenen oder ausgewählten Architekten, der Jury, des Gemeinderats und der BürgerInnen die Aufgabenstellung rund zwei Tage ausführlichst diskutiert wird. Dabei erfolgt eine gemeinschaftliche Überprüfung des Raumprogramms und es wird im besten Falle nachjustiert. Danach haben die Architekten Zeit das Wettbewerbsprojekt auszuarbeiten, es gibt die anonyme Abgabe und den Juryentscheid. Durch diesen Dialog zwischen allen Beteiligten im Vorfeld werden die Vorurteile, die unweigerlich zwischen Architekten, Politik und Bevölkerung vorhanden sind, zu einem Gutteil abgebaut und am Ende gibt es maßgeschneiderte Lösungen und eine breitere Akzeptanz. Das Feedback von unterschiedlichen Seiten in Tirol war gut und wir konnten schon ein weiteres Mal mit diesem Format arbeiten.

Funktioniert die Methode der ideenwerkstatt in jedem Ort gleich?

Das System ist immer ähnlich, aber jedes Dorf, jede Gemeinde, jedes Stadtquartier oder jede Schule tickt ja komplett anders und wir passen die Arbeitsmethode speziell an. Und wir stellen uns auch gern neuen Herausforderungen. Für die Gemeinde Zwischenwasser konnten wir zum Beispiel ein räumliches Entwicklungskonzept damit erstellen – ein Masterplan für die nächsten 15 Jahre, was den Umgang mit Grund und Boden betrifft und schließlich im Flächenwidmungsplan mündet und wirklich neue Lösungen hervorgebracht hat. Wir haben bei diesem Testlauf sehr viel gelernt und sind nun schön langsam bereit für Aufgaben im größeren regionalen Kontext.

Was sind bei der vor ort ideenwerkstatt die größten Erfolge oder die positivsten Momente? Was ist euch wichtig?

Es geht uns neben der inhaltlichen Zukunftsarbeit auch um den Abbau von Barrieren und Vorurteilen. Wir möchten als Architekten und Raumplaner nicht als die schwarzgekleideten Selbstverwirklicher wahrgenommen werden, sondern als Menschen wie du und ich, denen die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger wirklich ein Anliegen sind. Und wir möchten auch zu zeigen, dass Bürgerbeteiligung nicht der fade, jahrelang dauernde Prozess ist, wo man sich zu abendlicher Stunde in einem Besprechungsraum mit Flipchart trifft und die Arbeitsenergie nach drei Treffen schon am Tiefpunkt ist, weil nichts rauskommt – von Einigung ganz zu schweigen. Sondern Bürgerbeteiligung ist für uns ein spannendes Erlebnis, es bereitet Freude und läuft gleichzeitig menschlich humorvoll und inhaltlich in die Tiefe gehend ab. Das wird auch wohlwollend wahrgenommen und geschätzt, das bestätigen die Rückmeldungen.

Gab es auch schon einen Moment, in dem ein Prozess abgebrochen werden musste, weil es nicht funktioniert hat?

Zwei Mal war es definitiv nicht die richtige Methode. Und wir haben viel gelernt und unsere Lehren gezogen. Bei dem einen Mal war es so, dass während der Arbeit vor Ort ein fertiger Plan aus der Gemeindestube gekommen ist. Der Beteiligungsprozess sollte quasi ein Alibi sein. Aber da haben weder wir noch die Bevölkerung mitgespielt.
Das zweite Mal sind wir in ein Feld gekommen, wo es bereits ein Projekt gab und eine Bürgerinitiative dagegen mobilisiert hat. Wir würden aus dieser Erfahrung nicht mehr in einen Konfliktherd zwischen Bürgerinitiative und Gemeinderat hineingehen. Wenn etwas schon zu verfahren ist, muss eine andere Lösung gefunden werden, z.B.ein Bürgerrat oder ein Mediationsverfahren.

Ist BürgerInnenbeteiligung in den Gemeinden auch nach der „vor ort ideenwerkstatt“ ein Thema? Wie nachhaltig sind diese Prozesse?

Es geht nicht nur die Beteiligungskultur weiter, sondern es wird auch fleißig umgesetzt. Wir sind gerade dabei, eine Evaluierung durchzuführen. Zu den meisten ehemaligen Auftraggebern haben wir zwar einen sehr guten Kontakt, aber alle Details bekommen wir nicht mehr mit. Wir sehen aber auch, dass die Einbindung der BürgerInnen weitergeht und deren Anliegen als Chance für Gemeinden und Schulen gesehen werden. 
Mittlerweile verlangen wir, wenn es um Ortszentrumsthemen geht, einen „Koordinator“ für die Zeit danach – eine Person, die sich der Sache intensiv annimmt und die Umsetzungsprojekte organisatorisch in die Hand nimmt. Das kann entweder ein politisch Verantwortlicher, eine Verwaltungsperson, eine Bürgergruppe, jemand Externer oder ein Büro sein. Die Kontinuität über einen längern Zeitraum ist echt wichtig, weil die Reaktivierung eines Zentrums beinhaltet auch viele Kleinstmaßnahmen und geht nicht von heute auf morgen. Wenn das nicht der Fall ist, kann die Energie schnell abflauen und alle Bemühungen waren umsonst.

Gibt es Visionen für zukünftige Projekte?

Wir haben die Chance genutzt und konnten jetzt einige Male in Deutschland arbeiten und haben positive Resonanz bekommen. Wir würden dort gerne mehr machen. 80 Prozent unserer Beteiligungsprojekte konzentrieren sich zurzeit auf den eher ländlich geprägten Raum, wofür die Methode schon recht ausgereift ist. Eine Vision wäre, die vor ort ideenwerkstatt so weiterzuentwickeln oder vielleicht auch neu zu erfinden, dass wir verstärkt im urbanen Kontext Einsatzmöglichkeiten bekommen. Die ersten Pilotprojekte sind diesbezüglich bereits in der Pipeline.
Der wichtigste Punkt ist für uns aber der Wissenstransfer. Dem Team werden sehr viele unterschiedliche Fähigkeiten bei der Arbeit vor Ort abverlangt, die an Universitäten nicht wirklich gelehrt werden. Deshalb bauen wir seit Herbst 2014 eine büroeigene interne Weiterbildungsakademie auf, die sogenannte vor ort ideenwerkstatt Akademie. Dort “trainieren” wir sowohl die eigenen MitarbeiterInnen als auch einen externen MitarbeiterInnenpool, damit wir für die Intensiveinsätze vor Ort gewappnet sind. Das wollen wir weiter professionalisieren und ausbauen.

Die Leerstandskonferenz findet heuer bereits zum 4. Mal statt. Was für ein Resümee lässt sich aus den vergangenen Jahren ziehen?

Vielerorts in Österreich wird die Herausforderung im Umgang mit der demografischen Entwicklung, Schrumpfung und Leerstand nur spärlich angesprochen, es ist fast ein Tabuthema. Da ist Deutschland schon viel weiter, dort ist sie Teil im politischen Alltag. Der Begriff „Leerstand“ assoziiert ja unmittelbar auch das Scheitern, wir sind jedoch gewohnt, Erfolge zu verkaufen: Es geht immer um Wachstum, aber niemals um Schrumpfung. Eine Erkenntnis der Konferenzen ist es, dass es auch Möglichkeiten gibt, das Thema aktiv anzupacken. In der Gemeinde Illingen im Saarland – einer extremen Abwanderungsregion ähnlich einiger Regionen der Steiermark – ist der Umgang mit Leerstand Teil der Gemeindepolitik – und der Bürgermeister ist damit erfolgreich. Von denen kann man wirklich lernen. 
Eine weitere Erkenntnis ist, dass wir es mit einer Generation der Erben zu tun haben. Viele schaffen es nicht, Immobilien, die sie erben, auf den Markt zu bringen, weil sie zu sehr daran hängen oder unrealistische Preisvorstellungen haben. Leerstehende Objekte haben aber recht rasch einen hohen Wertverlust. 
Im Rahmen der Leerstandskonferenz, konnten wir auch erfahren, wie Orte, die im Zentrum praktisch tot waren, wieder reanimiert wurden. Um wirklich etwas zu verändern, muss es – wie man an einigen Beispielen Ottensheim in OÖ, oder Waidhofen/Ybbs und Haag in NÖ ablesen kann – zur Herzensangelegenheit der Bevölkerung und Politik werden und das verlangt die volle Konzentration auf das Zentrum. Im Idealfall geht das einher mit einem Widmungsstopp von Handelsflächen auf der grünen Wiese, der Installierung des “Zentrumskoordinators” und einem acht- bis zehnjährigen Durchhaltevermögen aller Beteiligten. Dann kann Veränderung gelingen!

Neben Ihrem Büro nonconform und der Leerstandskonferenz sind Sie in weitere Projekte involviert („Verein LandLuft“ und „Zukunftsorte braucht das Land“). Welches Fazit können Sie aus den letzten Jahren dieser Arbeit ziehen?

Nahezu jede Auseinandersetzung mit Zukunft hat in den Gemeinden auch eine räumliche Auswirkung und bekommt dadurch einen baukulturellen Ausdruck. Ich sage es mit einem gewissen Stolz, dass es uns mit der Arbeit von LandLuft, dem Verein zur Förderung von Baukultur in ländlichen Räumen in den letzten Jahren durchaus gelungen ist, den Begriff Baukultur für die Menschen erlebbarer zu machen und mit neuen, verständlichen Begriffen aufzuladen. Denn, wenn Leute intensiv über Verbesserung der Dorfzentrumsgestaltung, den ressourcenschonenden Umgang mit Grund und Boden oder die ideale Bauberatung diskutieren, dann ist das gelebte Baukultur. 
Ein Resümee aus dem Projekt Zukunftsorte braucht das Land ist, dass innovative Gemeinden verstanden haben, es ist kein verlorenes Kapital, wenn junge Leute weggehen, um die Welt zu sehen oder in der Stadt zu studieren. Im Gegenteil, das ist auch eine große Chance für die Gemeinde. Denn das Wissen und die Netzwerke dieser gut ausgebildeten jungen Leute kann wieder zurückgeholt werden, indem man mit ihnen in Kontakt tritt und sie aktiv einbindet, sodass auch die Gemeinde unmittelbar vom kreativen Potential profitiert. Es geht dabei nicht um Stadt oder Land, sondern um das sowohl als auch. 
Ich bin da vielleicht selbst ein Beispiel dafür. Meine “homebase” ist in einer kleinen Gemeinde in Kärnten, wo ich mit meiner Familie lebe und wo wir auch ein Zweigstellenbüro haben. Andererseits gibt es den Hauptbürostandort in Wien. Ich komme immer wieder mit neuen Ideen nach Kärnten und engagiere mich auch im “upgrade” der Gemeinde, die den einen oder anderen Vorschlag wohlwollend aufnimmt und auch umsetzt. Ich brauche beides! 

Danke für das Gespräch!

Verfasser / in:

Adina Felicitas Camhy

Datum:

Mi. 14/01/2015

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